"Tod des RZs" und andere Infrastruktur-Trends

Welche Trends sollen Infrastruktur-Verantwortliche im Auge behalten? Gartner weiss es.
 
Im Vorfeld einer Konferenz in Las Vegas hat Gartner eine Liste von zehn Trends veröffentlicht, die Infrastruktur- und Operations-Verantwortliche ("I&O Leaders") im Blick haben sollten.
 
Serverless Computing: Hinter dem nicht ganz neuen Begriff steht das Konzept, dass ein Cloud-Provider eine Runtime-Umgebung zur Verfügung stellt und sich der Kunde nicht mehr um Infrastruktur und Ressourcen zu kümmern braucht. Serverless Computing werde Container oder virtuelle Server nicht ersetzen, so Gartner. Deshalb sei es wichtig, zu verstehen, wo und wann die Technologie am besten eingesetzt wird.
 
Die Auswirkungen von KI: Künstliche Intelligenz wird immer breiter eingesetzt. Und sie werde dazu dienen, grössere Infrastrukturen ohne zusätzliches Personal zu managen. Ähnliche Botschaften wie von Gartner sind in den letzten ein, zwei Jahren von vielen Herstellern, etwa Cisco, zu hören.
 
(Mangelnde) Agilität des Netzwerks: Unter all den Services wie Cloud, IoT und Edge Computing, die IT ermöglichen, liegen die Netzwerke. I&O Leaders müssen gemäss Gartner darauf achten, dass ihre Teams mit den wachsenden Ansprüchen Schritt halten. Ein Teil der Antwort liege bei Netzwerk-Automatisierung und dem Einsatz von Analytics-Software.
 
Tod des Rechenzentrums: Bis 2025 werden 80 Prozent aller Unternehmen ihre eigenen Rechenzentren geschlossen haben und alle Workloads hin zu Co-Location- und Hosting-RZs oder Clouds verschoben haben. I&O Leaders müssten sich spätestens jetzt dafür bereit machen, Rechenkapazitäten je nach den Ansprüchen des Business zu beziehen. Sie sollten sich fragen, ob sie wirklich strategische Gründe dafür haben, auf eigene, Vor-Ort-RZs zu bestehen.
 
Edge Computing: Die Rechenkapazitäten werden wegen dem Internet der Dinge und anderen auftauchenden Technologien vermehrt an den Rand der Netzwerke verlegt. Organisationen müssen gemäss Gartner zwischen 2020 und 2023 fähig sein, sich dem Trend zu Edge Computing anzupassen.
 
Digital Diversity Management: Bei diesem Trend geht es gemäss Gartner nicht um Menschen, sondern um die Entdeckung und den Unterhalt von Assets, die irgendwo in einem digitalen Unternehmen zur Verfügung stehen. I&O Leader müssen immer mehr und immer unterschiedlichere Assets kennen, verstehen und managen. Traditionelles Asset-Management reiche da nicht mehr, sagen die Gartner-Leute.
 
Neue Rollen: Der Teil der Informatik-Abteilung, der für Infrastruktur und Operations zuständig ist, muss sich zusehends auch um die Kosten von Cloud-Services kümmern. Ihre Rolle verändert sich deshalb weg vom reinen Engineering und Betrieb hin zu Services als Broker. Und dies sofort, sagt Gartner.
 
SaaS akzeptieren: Software-as-a-Service gewinnt an Gewicht und wird komplexer. I&O Organisationen konzentrieren sich aber gemäss Gartner immer noch mehr auf IaaS- und PaaS. Sie sollen sich nun damit beschäftigen, SaaS zu supporten und zu integrieren und Compliance sicherzustellen.
 
Talent Management wird kritisch: Früher waren IT-Organisationen oft vertikal entlang von Technologie-Stacks organisiert. Je digitaler und hybrider Infrastruktur wird, desto mehr müssen Mitarbeitende über alle eingesetzten Technologien Bescheid wissen. Talent und der Willen sowie die Fähigkeit, sich anzupassen, würden speziell in hybriden Umgebungen zu einem "must".
 
I&O Leaders müssen globale Infrastrukturen beherrschen: Die wenigsten Infrastrukturen sind wirklich "global", schreibt Gartner. Trotzdem müsse man sich damit vertraut machen, dass Infrastruktur "überall" ist und eben auch gemanaged werden muss. I&O Leaders sollten ihre bisheren Partner genau anschauen und die Erwartungen an sie in Zuammenhang mit der globalen Infrastruktur, die es zu beherrschen gilt, erhöhen. (hc)