Huawei: Deutsche Telekom prüft Beschaffung – Swisscom nicht

Der Druck auf Huawei hält unvermindert an. Bekanntlich haben die USA diverse Länder aufgefordert, auf Huawei-Hardware insbesondere beim Aufbau von 5G-Netzen zu verzichten. Nach dem Bekanntwerden dieser Sicherheitsbedenken gegen Huawei hatte sich die Deutsche Telekom zunächst hinter seinen langjährigen Lieferant gestellt. Das scheint sich jetzt aber zu ändern.
 
Wie 'Die Welt' nun meldet, wird der deutsche Telekom-Riese vor dem Hintergrund der Sicherheitsdiskussionen um den chinesischen Zulieferer seine Beschaffungsstrategie überprüfen.
 
In einer Stellungnahme sei darauf verwiesen worden, bereits eine "Multivendor-Strategie" für Netzwerkgeräte zu verfolgen und neben Produkten von Huawei auch Equipment von Ericsson, Nokia und Cisco zu verbauen.
 
Betont wird nun allerdings, dass man die globale Diskussion über die Sicherheit von Netzelementen chinesischer Hersteller sehr ernst nimmt. Daher "bewerten wir derzeit unsere Beschaffungsstrategie neu", so die deutsche Telekom.
 
Ganz anders sieht die Situation in der Schweiz aus. Während Sunrise laut 'Der Bund' bereits Ende November erklärte, dass keine Pläne bestehen, den Technologiepartner zu wechseln, betont nun auch Swisscom ausdrücklich seine Zusammenarbeit mit dem chinesischen Hersteller.
 
Trotz des Hinweises auf das Umdenken bei der Deutschen Telekom heisst es auf Anfrage ungewöhnlich deutlich bei der Swisscom: "Wir verfügen bisher über keine Informationen, die die Sicherheitsbedenken gegenüber Huawei untermauern würden".
 
Man pflege seit 2008 eine Geschäftsbeziehung zu Huawei und arbeite gemeinsam im Festnetzbereich also im Anschlussnetzbereich sowie im Kernnetz zusammen.
 
Betont wird dabei, dass Swisscom seine Lieferanten sorgfältig auswählt und unabhängig vom Herkunftsland auf deren Professionalität setzt. Sicherheitsaspekte adressiere man schon ab dem Ausschreibungsprozess. "Die Prozesse und Architekturen von Swisscom ermöglichen zudem eine Minimierung allfälliger Risiken, unabhängig vom jeweiligen Hersteller", heisst es weiter. Unabhängig vom Lieferanten führe man ausserdem regelmässig Security Audits in unterschiedlichen Bereichen der Infrastruktur, Systeme und Applikationen durch. (vri)