Postfinance setzt auf Stimmerkennung zur Authentifizierung

Wer in einem Contact Center von Postfinance anruft, soll doppelt so schnell wie bislang authentifiziert werden. Das Finanzinstitut setzt dafür seit Mitte September eine Lösung für Real-Time Authentication (RTA) von Nice ein, wie Postfinance-Pressesprecher Johannes Möri gegenüber inside-it.ch bestätigt. Die weltweit tätige israelische Firma Nice verspricht, dass ihre Software etwa Identitätsdiebstahl oder der Kontoübernahme verhindere.
 
Im Contact Center von Postfinance wird bei einem Anruf, ein sprachlicher "Fingerabdruck", ein sogenannter "Voiceprint", erstellt. Damit soll die Lösung von Nice bei künftigen Anrufen die Identität des Kunden feststellen können. Dies sei nicht nur schneller, sondern auch sicherer als die Authentifizierung über Sicherheitsfragen, betont Möri. Denn bislang hätte man sich mit den entsprechenden Informationen als Kunde ausgeben können, wenn man die Sicherheitsfragen beantworten konnte.
 
"Die Akzeptanz von RTA bei unseren Kunden ist in den wenigen Wochen seit der Einführung höher, als wir erwartet haben. Sie sind begeistert davon, Teil einer neuen Technologieära im Schweizer Bankensektor zu sein", lässt sich Besnik Shaqiri, Projektleiter für Spracherkennung bei Postfinance in der Mitteilung zitieren.
 
Auch Schweizer mischen auf dem RTA-Markt mit
Im Callcenter von Swisscom kommt ebenfalls Software von Nice zum Einsatz. Der Telco hatte schon im Sommer 2016 angekündigt, künftig zur Authentifizierung auf Voiceprints zu setzen. Letztes Jahr zog Swisscom dann ein positives Fazit über den Einsatz der Lösung.
 
Auf dem Markt sprachbasierten Authentifizierung tummelt sich auch ein Zürcher Startup mit russischen Wurzeln: Spitch hat schon im Juni vor zwei Jahren verlauten lassen, dass die eigene Lösung bei der russischen Sberbank im Einsatz sei und man mit mehreren Finanzinstituten Gespräche führe. Im August 2016 kündigte dann der Zürcher IT-Dienstleister TI&M an, das Voice-biometrische Verfahren von Spitch in seine Security Suite einfügen zu wollen. Mittlerweile führt Spitch rund 30 Partnerunternehmen auf seiner Website, darunter Crealogix, SBB, Avaloq, Netcetera aber auch Swisscom. (ts)