Hacker beissen sich an Wasserversorgung von Ebikon die Zähne aus

Wenn Medien über Hacker berichten, dann ist der Anlass leider meistens einer ihrer "Erfolge". Da tut es gut, für einmal auch über einen erfolgreich abgewehrten Angriff berichten zu können. Einen solchen meldet die Luzerner Gemeinde Ebikon. Hacker hätten im November die IT-Infrastruktur der Wasserversorgung der Gemeinde angegriffen. Das System, das im letzten Herbst installiert wurde, habe die Attacken aber abwehren können. Trotzdem wurde als Konsequenz die Sicherheitsstufe noch einmal erhöht.
 
Mehrere tausend Mal sei die Software von bösartigen Anfragen aus London und Korea angepinnt worden, teilte die Gemeinde mit. Der Systembetreiber habe die Angriffe registriert und der Gemeinde gemeldet, sagte Markus Dubach, Leiter der Wasserversorgung auf Anfrage von 'Keystone-SDA'.
 
Es habe sich um Eindringungsversuche ins Netzwerk gehandelt, das etwa Pumpen steuere, Reservoire überwache und bei Wasserdiebstahl Alarm schlage. Dank einer sehr guten Verschlüsselung hätten die Angreifer aber keinen Erfolg gehabt. Der Systembetreiber habe die IP-Adressen der Hacker zurückverfolgen und so den Ursprungsort ermitteln können. Es sei der erste solche Angriff, so Dubach.
 
Bei der autonomen Betriebssteuerung handle es sich um das neuste Betriebssystem in Europa. Wäre trotz der Sicherheitsvorkehrungen ein Hacker erfolgreich, so könnten die Betreiber das System als Notlösung herunterfahren und die Anlagen manuell bedienen.
 
Ebikon versorgt 26'500 Personen mit Wasser. Angeschlossen sind weitere Gemeinden, etwa Adligenswil, Buchrain oder Dierikon. Zudem liefert Ebikon Notwasser nach Root. (sda/hjm)