Confluent wehrt sich gegen SaaS-Konkurrenz

Confluent, am besten bekannt als das Unternehmen, dass hinter Apache Kafka steht, stellt einige seiner Produkte unter eine neue Lizenz. Dabei geht es nicht um Kafka selbst – die Verantwortung dafür liegt bei der Apache Foundation und nicht bei Confluent – aber um einige von Confluent entwickelte Zusatzmodule: KSQL, REST Proxy, Schema Registry und Confluent Connectors. Diese standen bisher unter der Apache 2.0 Lizenz. Neu werden sie unter der "Confluent Community License" angeboten.
 
Die Änderung gegenüber der bisherigen Lizenz: Die neue Version verbietet es Providern, die genannten Produkte selbst als Software-as-a-Service anzubieten und damit Confluent zu konkurrenzieren. Man darf also beispielsweise, wie der Confluent-CEO Jay Kreps in einem Blogpost erklärt, kein "KSQL-as-a-Service" anbieten, wie Confluent dies tut. Man darf aber KSQL und die anderen Produkte weiterhin kostenlos herunterladen, verwenden und verändern. Man kann sie auch weiterhin in eigene Lösungen einbauen, auch wenn diese as-a-Service vertrieben werden, solange man damit nicht direkt Confluent konkurrenziert.
 
Das Ziel der Änderung, so Kreps, sei es, auch in Zukunft genügend Mittel zu haben, um in die Weiterentwicklung dieser Lösungen investieren zu können. Wobei er sich auch beeilt zu betonen, dass es Confluent hervorragend gehe und man keinerlei Geldprobleme habe.
 
Confluent verdient gegenwärtig sein Geld mit einer gemanagten und as-a-Service angebotenen Version von Kafka. Auf diesem Gebiet hat Confluent gerade grosse Konkurrenz bekommen: AWS hat begonnen, unter dem Namen Amazon Managed Streaming for Kafka selbst eine Cloud-Version von Kafka anzubieten. Das Pikante daran: Auch Confluent nützt AWS für sein Cloud-Kafka. AWS konkurrenziert also seinen eigenen Kunden. Jay Kreps zeigte sich in einem Gespräch mit 'CNBC' verständlicherweise wenig begeistert. Unter anderem auch, weil AWS, ganz im Gegensatz zu Confluent, noch nie eine Zeile Code zu Kafka beigetragen habe. (hjm)