ETH ersetzt RZ-Provisorium und baut neu

Auf dem Areal Hönggerberg beabsichtigt die ETH Zürich ein Rechenzentrum zu bauen und sucht dafür einen Generalplaner. Das ist der kürzlich erfolgten Ausschreibung zu entnehmen. Auf Anfrage erklärt ETH-Sprecher Markus Gross, dass es sich um die Ablösung eines RZ-Provisoriums und weiterer veralteter Rechnerräume handelt. Für die werde nun eine permanente Lösung geschaffen. Denn die "bisherigen Rechnerräume stiessen sowohl räumlich als auch hinsichtlich der Stromversorgung an ihre Grenzen", fügt er an. Zudem seien die gebäudetechnischen Anlagen teilweise am Ende der technischen Lebensdauer und die sicherheitstechnischen Massnahmen nicht mehr auf dem Stand der heutigen Anforderungen, wie sie die RZ-Strategie 2013 der ETH Zürich verlangt.
 
Die ETH Zürich betreibt sechs Rechenzentren, drei auf den Areal Hönggerberg und drei auf dem Zentrums-Areal. Eines wird also nun durch den Neubau ersetzt. Dessen in der Ausschreibung detailliert aufgeführten Systemflächen umfassen "aufgrund der Standortevaluation und der Testplanung", wie Gross schreibt, eine Geschossfläche von 4'200 Quadratmetern, von denen 1'800 Quadratmeter als "Hauptnutzfläche" für das RZ vorgesehen sind, wie Gross erläutert. Das RZ werde in etwa dem Tier-3-Level entsprechen. Genau können man das jedoch nicht angeben, weil für die Sternknoten, Server und Datenspeicher jeweils "auf die ETH Zürich zugeschnittene Verfügbarkeitsstufen" gewählt worden seien.
 
Konkret lagern im RZ auf dem Areal Hönggerberg die Daten der Informatikdienste und der Departemente und es wird dort deren Server-Farm betrieben. Die Nutzleistung der Systemräume wird mit insgesamt rund 800 kW angegeben. Die Kühlung der ICT-Systeme erfolge über einen "adiabatischen Luft/Luft-Tauscher".
 
Der potentiell Generalplaner hat die Gesamtleitung zu übernehmen, was die Architektur, Bauingenieurwesen und Landschaftsarchitektur einschliesst. Betont wird, dass "die Planung der Gebäudetechnik nicht Gegenstand der Ausschreibung" sei. Diese Leistungen sind soeben "aufgrund der technischen besonderheiten" freihändig an den bisherigen Lieferanten, die Berner RZIntegral vergeben worden.
 
Dieser knapp 2,4 Millionen Franken schwere Auftrag umfasst laut Gross das Datacenter Design und die ICT-Basisinfrastruktur, die Fachplanung Heizung, Lüftung, Klima, Kälte und Sanitär sowie die Elektroinstallationen und die Gebäudeautomation. Zudem liege bei den Berner Dienstleister auch die Brandschutz- und Sicherheitsplanung, die räumlich-technische Fachkoordination und integrale Betriebstests, führt der ETH-Sprecher weiter aus. (vri)