FCB wie die Grossen: SAP von den Bayern

Der FC Bayern will sich in der Branche als IT-Service-Provider etablieren. Der FC Basel ist einer der ersten Kunden.
 
Der FC Basel steigt mit dem grossen FC Bayern zumindest in Sachen IT ins Bett. Das haben die beiden Vereine vor drei Tagen bekannt gegeben. Damit gehören die Basler Kicker zu den ersten Clubs, die bei der Infrastruktur, dem Backend und Hosting von den Kapazitäten des einflussreichen deutschen Rivalen als Service-Provider profitieren wollen.
 
Bekanntlich hat der FC Bayern auf der Basis von SAP und Rechenzentrums-Ressourcen der Deutschen Teklekom vor zwei Jahren ein Digitalisierungs-Projekt gestartet. Dessen Services wurden dann bei einem im vergangenen Mai gegründeten IT-Tochterunternehmen gebündelt. Das vom "FCB Digital & Media Lab" angebotene Service-Portfolio umfasst unter anderem ERP und CRM, aber auch digitale Plattformen und Vermarktung, sowie IT und Technik, die man neuerdings auch anderen Fussballclubs wie eben dem FC Basel verkauft.
 
Outsourcing-Vertrag für sechs Jahre
Dort bindet man sich vorläufig für sechs Jahre an die Bayern, wie der stellvertretende FCB-Medienchef Andrea Luca Ruberti gegenüber inside-it.ch festhält.
 
Mit dem IT-Bezug bei den Münchnern erneuere man zwar wesentliche Teile der IT. Kosteneinsparungen erreiche man damit allerdings nicht, fügt er an. "Die zukünftigen finanziellen Aufwände für Lizenzen, die Umstellung und das Betreiben der neuen Systemlandschaft unterscheiden sich nur unerheblich von den jetzigen Kosten". Aktuell fallen laut Ruberti jährliche IT-Kosten von rund einer Millionen Franken an und alle IT-Dienstleistungen werden von externen Partnern bezogen. Denn intern gebe es keine dedizierten IT-Mitarbeitenden. Das werde sich allerdings ändern, zurzeit sei die Stelle eines IT-Leiters beziehungsweise einer IT-Leiterin ausgeschrieben sei, so der FCB-Sprecher.
 
Konkret werden in den nun geplanten Einzelprojekten bis Januar 2020 ERP-, Ticketing-, Merchandising- und CRM-Systeme durch entsprechende SAP-Anwendungen abgelöst. Sie werden "allesamt beim FC Bayern oder in der SAP Cloud gehostet werden", so Ruberti weiter.
 
Verloren gehen die Aufträge an oft langjährige Partner. So habe man beim ERP seit 2001 mit Sage zusammengearbeitet und ebenso lange setze man beim Ticketing schon auf JetTicket Software als Lieferanten. Fürs Merchandising stehe seit 2012 eine Lösung von Proffix Software im Einsatz und im CRM-Umfeld seit 2015 Applikationen von UCOB Ventures. Insgesamt umfasse die derzeitige IT-Infrastruktur-Landschaft 19 Systeme respektive Applikationen.
 
Die Zusammenarbeit mit SAP haben die Basler übrigens bereits in diesem Frühjahr gestartet. Seither adressiere man mit SAP Sports One den Bereich Leistungsdiagnostik, fügt der FCB-Sprecher an. (vri)