Huawei reduziert Abhängigkeit von US-Importen und setzt auf Europa

Angesichts der Spionagevorwürfe westlicher Geheimdienste und des Handelsstreits zwischen den USA und China reduziert der Netzwerkausrüster und Smartphone-Hersteller Huawei seine Abhängigkeit von US-Importen mit Hilfe weiterer eigener Produkte. Jetzt brachte der chinesische Konzern basierend auf einem Chipdesign der britischen Firma ARM einen neuen Chipsatz für Server auf den Markt und baut damit auch seine Position als Chipanbieter aus. Ein Huawei-Manager betonte, der Konzern wolle trotzdem an der Partnerschaft mit Intel festhalten.
 
US-Geheimdienste werfen Huawei vor, Verbindungen zur Regierung in Peking zu pflegen und vermuten, Produkte könnten Backdoors enthalten, um an Staats- oder Firmengeheimnisse zu gelangen. Deswegen haben Australien und Neuseeland das Unternehmen vom 5G-Ausbau ausgeschlossen. Auch andere Länder wollen auf den weltgrössten Netzwerkausrüster verzichten. Huawei weist solche Vorwürfe vehement zurück und konkrete Fakten hinter den Anschuldigungen sind keine bekanntgeworden.
 
Seit einiger Zeit konzentriert sich der Konzern verstärkt auf neue Geschäftsbereiche wie Cloud und Dienstleistungen für Unternehmen. In diesem Kontext sehen kann man auch die Ankündigung, dass Huawei im Rahmen eines "Edge Computing Consortium Europe" (ECCE) neue Kooperationsverträge abgeschlossen hat. Zu den Partnern zählen laut einer Mitteilung neben ARM auch Bombardier, das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS), das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), IBM, Intel, der chinesisch-deutsche Roboter- und Maschinenbauer KUKA, Schneider Electric und Software AG. Das Ziel hinter ECCE sei es, "eine umfassende Kooperationsplattform für die Edge-Computing-Branche für Unternehmen und Organisationen in den Bereichen intelligente Fertigung, Betrieb und IoT für Unternehmen zu schaffen". (mag/sda)