EU gibt Google eine "Bank-Lizenz Light"

Nicht nur junge Fintechs drängen in die Welt der traditionellen Banken sondern auch Tech-Konzerne. Die Alphabet-Tochter Google Payment habe kurz vor dem Jahreswechsel in Litauen eine E-Money-Lizenz erhalten, die im gesamten EU-Raum gilt, berichtet unter anderem 'Bloomberg'.
 
Mit Google Pay bietet das Unternehmen zwar seit längerem eine digitale Bezahlmethode an, war aber mit diesem Angebot nicht direkt mit dem Geld der Nutzer in Berührung, sondern vermittelte lediglich zwischen dem Händler und der vom Nutzer hinterlegten Zahlungsmethode, führt 'Google Watch Blog' aus. Die E-Money-Lizenz erlaubt es Google nun, Zahlungen abzuwickeln, elektronisches Geld auszugeben und die virtuellen Geldbörsen von Nutzern zu verwalten, ohne dass dabei traditionelle Geldinstitute beteiligt sind. Es handelt sich aber nicht um eine vollwertige Bankenlizenz: Die E-Money-Lizenz erlaubt es einem Unternehmen nicht, vollständige Bankdienstleistungen wie Einlagen, Kredite oder Hypotheken anzubieten.
 
Google hat den Erwerb der Lizenz bestätigt, äussert sich aber nicht zu konkreten Plänen. "Wir arbeiten ständig daran, unsere Kunden in Europa zu unterstützen", schreibt das Unternehmen auf Anfrage von 'Bloomberg'. Man habe die Lizenz "im Rahmen dieser Bemühungen" zusätzlich zu laufenden Projekten in ganz Europa beantragt.
 
Neben Google verfügen auch die US-Unternehmen Facebook und Amazon über E-Geld-Lizenzen in der EU. Daneben sind laut 'Heise' allein in Grossbritannien 128 solcher Lizenzen ausgestellt worden und in Litauen bislang 39. (kjo)