Erfolgreicher POC für das Riesenprojekt ASALfutur

"Auf Kurs" sei das Projekt ASALfutur, welches das Auszahlungssystem der Arbeitslosenkassen erneuern will. Dies meldete das SECO kurz vor Jahresende. Konkret heisst dies, dass der vor einigen Monaten verkündete, überarbeitete Terminplan, man wolle bis Ende 2018 einen Proof-of-Concept (POC) haben, bis anhin eingehalten werden konnte. "Mit der erfolgten erfolgreichen Abnahme des Prototypen ASAL 2.0 weist das Projekt ASALfutur nach, dass das Konzept sowie die Architektur der neuen Lösung so wie geplant realisiert werden können", so das SECO.
 
Dieser Prototyp sei während vier Monaten mit den Usern, den Arbeitslosenkassen, getestet worden. Zum Testszenario: Der Prototyp ermögliche "die Darstellung der geplanten durchgängigen Fallabwicklungen und zeigt das künftige Zusammenspiel zwischen Fallabwicklung, Geschäftsregeln, Geschäftspartnerverwaltung, Verbuchung und Auszahlung auf. Zudem wurde ein besonderes Augenmerk auf die Schnittstellen zum Dokumenten-Management-System sowie auf eine leistungsfähige Dokumentgenerierung gelegt". Damit seien die wichtigsten Requirements des neuen Auszahlungssystems erfüllt. "Die Abnahme erfolgt durch den Projektauftraggeber und den Projektausschuss auf Basis einer Empfehlung der Prüf- und Reviewteams," so hatte das Seco angekündigt.
 
Auch am Launchtermin rüttelt das SECO nicht, man strebe April 2021 an. Die aktuelle Kostenrechnung für ASALfutur liegt nun noch bei "fast 80 Millionen Franken".
 
Den definitiven Zuschlag erhielt nach einer aufsehenerregenden Einsprache (inside-it.ch berichtete exklusiv) Novo Business Consultants.
 
"Damit ist klar, dass die Zusammenarbeit mit der Novo Business Consultants AG, dem externen Partner für die Realisierung, zielführend funktioniert", hält die Mitteilung fest. Mit der expliziten Erwähnung des Partners wird implizit deutlich, wie stark das Seco und Novo BC auch nach der abgelehnten Einsprache unter Erfolgsdruck sind. Zum einen ist ein erster Versuch (ohne Novo BC) gescheitert, das Auszahlungssystem der Arbeitslosenkassen bis 2015 und für 30 Millionen Franken zu erneuern. Der Projektabbruch erfolgte nach Ausgaben von 45 Millionen Franken ohne viel Wiederverwendbares.
 
Zum andern standen bis anhin Gesamtkosten für das SAP-dominierte Projekt von über 100 Millionen im Raum. Der Zuschlag beläuft sich auf 108 Millionen Franken inklusive Optionen. Und drittens ist man in Zeitnot: Das heute noch verwendete System, ASAL, ist unterdessen 25 Jahre alt und muss 2021 abgelöst werden. Nicht zuletzt kontrolliert die Eidgenössische Finanzkontrolle ASALfutur regelmässig. (mag)