Zuger Crypto-Startup Shapeshift baut massiv ab

Das Zuger Crypto-Startup Shapeshift baut einen Drittel seiner Belegschaft ab. Wie Gründer und CEO Erik Voorhees mitteilt, entlässt das Unternehmen 37 Mitarbeitende. Es handle sich um einen "schmerzhaften" Abbau, den der CEO unter anderem dem jüngsten Marktzyklus zuschreibt, in dem sich derzeit viele Crypto-Unternehmen befinden würden.
 
Noch 2017 sei Shapeshift 3000 Prozent gewachsen. Aber die "Krypto-Rezession" habe nun "ähnlich dramatisch und schwerwiegend" zugeschlagen, so der CEO. Neben den veränderten Marktbedingungen nennt er auch einen verschärften Wettbewerb als Grund für den Abbau. Ausserdem habe das rasche personelle Wachstum strukturelle Probleme verursacht.
 
Zudem habe sich das 2014 gegründete Unternehmen zu wenig fokussiert. Shapeshift habe seine Aufmerksamkeit in zu viele Richtungen gelenkt, was personelle und finanzielle Ressourcen verschlungen habe. "Produktdiversifizierung ist gut, aber sie muss zum richtigen Zeitpunkt erfolgen. Wir haben es zu früh getan", so das Fazit von Voorhees.
 
Auch rechtliche Fragen erwähnt der CEO in seinem über 'Medium.com' veröffentlichten Statement. Man habe sich in der rechtlichen "Grauzone" nicht mehr wohl gefühlt. Risikobewertungen und die Überprüfungen der komplexen Regulierungen für Finanzdiensleister hätten zusätzliche Ressourcen verschlungen.
 
Im September 2018 veröffentlichte das 'Wall Street Journal' ('WSJ') die Ergebnisse einer Untersuchung, in der behauptet wurde, dass 88,6 Millionen Dollar an betrügerisch erhaltenen Geldern durch 46 Krypto-Börsen geschleust wurden, wobei neun Millionen Dollar über Shapeshift überwiesen worden seien, wie 'Cointelegraph' schreibt. Der 'WSJ'-Report sei "sachlich ungenau und irreführend", sagte Voorhees damals. Die Autoren hätten kein ausreichendes Verständnis der Blockchain-Technologie und der Funktionsweise von Shapeshift. (kjo)