Alphabet wegen Ver­tuschung sexueller Belästigungen verklagt

Alphabet ist wegen seines Umgangs mit sexueller Belästigung verklagt worden. In zwei Verfahren werfen zwei Aktionäre dem Board des US-Technologieriesen vor, eine direkte Rolle bei der Verschleierung von Vorwürfen sexueller Belästigung gegen zwei frühere Mitarbeiter gespielt zu haben. Das Unternehmen wollte dazu bislang keine Stellung nehmen.
 
Im Mittelpunkt der Anschuldigungen steht der Umgang mit Android-Erfinder Andy Rubin. Nach dem Vorwurf sexueller Belästigung verliess Rubin den Konzern 2014. Dabei ist ihm der Abgang laut Medienberichten mit einem umfangreichen Abfindungspaket versüsst worden. Ähnlich soll auch mit dem früheren Chef der Google-Suchmaschine, Amit Singhal, verfahren worden sein. Rubin wie auch Singhal weisen die Vorwürfe zurück. Google-Chef Sundar Pichai entschuldigte sich vergangenes Jahr bei seinen Mitarbeitern und versprach Veränderungen.
 
Im Herbst machten Google-Mitarbeitende weltweit mit Protesten auf die Arbeitsbedingungen im Konzern aufmerksam. In Zürich gingen etwa 200 bis 300 Angestellte auf die Strasse.
 
Die Anwälte der Kläger – zwei US-Pensionsfonds – wollen in dem Rechtsstreit beweisen, dass Google durch das Fehlverhalten des Verwaltungsrats Schäden in Höhe von "Hunderten Millionen Dollar" erlitten hat. Das sei etwa durch die hoch dotierten Abfindungen für Manager geschehen, denen Belästigung vorgeworfen wurde. Die Klägeranwälte fordern Schadenersatz für die Aktionäre und eine gerichtliche Anordnung, dass Alphabet und Google Unternehmensführung und interne Kontrollen zum Schutz von Mitarbeitern und Investoren verbessern. (sda/kjo)