Sparprogramm.FM will Radio-Teams automatisieren

Ein Mini-Radiostudio auf einem Raspberry Pi. Bild: Sparprogramm.FM
"Wir sparen, sie profitieren", wirbt Sparprogramm.FM auf seiner Website. Eingespart werden sollen insbesondere sämtliche Lohnkosten. Denn "das kleinste Radiostudio der Schweiz", so die Macher, komme gänzlich ohne menschliches Zutun aus. Und auch die Musikgebühren würden wegfallen, schliesslich wird bei Sparprogramm.FM die Musik vom Computer generiert.
 
Hinter dem Projekt stehen zwei Studenten des Studiengang Multimedia Production an der HTW in Chur, Pascal Albisser und Alex Kälin. Und sie versprechen einen "ausgewogenen Mix aus Musik und News" 24 Stunden jeden Tag.
 
Das Radio läuft auf dem neusten Modell des Minicomputers Raspberry Pi. Die Musik wird auf einem separaten Rechner mit dem Programm Sonic Pi generiert. Die News für das Radioprogramm werden von der Teletext-Website bezogen und von Googles Cloud Text-to-Speech "vorgelesen" – die Wetterdaten kommen von OpenWeatherMap und werden gleich verarbeitet. Die Inhalte bereitet dann ein "Redaktionsroboter" auf, der in verschiedene Module aufgeteilt und dessen Code auf Github veröffentlich ist.
 
Die natürlich etwas komplizierteren technischen Details haben die Macher auf ihrer Website veröffentlicht. Auf der Seite kann man auch den Livestream des Radios anhören.
 
Das Ganze hört sich derzeit noch recht "speziell" an: Die News und das Wetter werden etwas blechern und holprig gegliedert von der Roboterstimme vorgelesen. Die Musik ist mehr oder weniger ein variables Rauschen und Gefiepe. Und die Journalisten wurden auch nicht überflüssig, wie das Sparprogramm.FM verspricht, denn die Inhalte mussten vorgängig für Teletext oder andere Quellen erzeugt werden.
 
Darum passt der etwas flapsige Slogan von Sparprogramm.FM auch halbwegs: "Sparprogramm statt Radioprogramm". Denn ein vernünftiges Radioprogramm ist Sparprogramm.FM derzeit noch nicht, ein erfinderisches und spielerisches Projekt hingegen schon. (ts)