EZV soll Nutzen von DaziT besser messen

Das Hauptgebäude der EZV in Bern.
Die Zollverwaltung wird mit "DaziT" digitalisiert. Die EFK nahm das IT-Projekt unter die Lupe.
 
Mit dem IT-Projekt "DaziT" will die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) bis 2026 sämtliche Kernprozesse der EZV digitalisieren. Nachdem die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) bereits die Entwürfe zur Botschaft zum Programm DaziT analysiert hat, folgte im Sommer 2018 eine Überprüfung des Projekts. Der entsprechende Bericht wurde nun publiziert.
 
Die Gesamttransformation müsse in den Vordergrund gestellt werden. Nur so könne die EZV die angestrebte Neuausrichtung erreichen, schreibt die EFK. Die Zollverwaltung habe erste Voraussetzungen in Form von strategischen Grundsätzen und einer Detailstrategie für 2018 und 2019 geschaffen. Auch organisatorische Anpassungen seien eingeleitet worden. Ausserdem habe die EZV spezielle Kaderanlässe und Seminare durchgeführt. Aber das Transformationsmanagement sei noch ganz am Anfang, so ein Fazit der EFK. Auch die Bereiche Strategie, Zielbild und Umsetzung sollten noch deutlicher aufeinander abgestimmt werden.
 
Nutzen- und Fortschrittsmessung müssen noch aufgebaut werden
Mit der Botschaft zum Programm DaziT beantragte die EZV einen Gesamtkredit von 393 Millionen Franken. Zusammen mit den EZV internen Ressourcen ergibt sich ein Gesamtaufwand von 426,8 Millionen Franken.
 
Die Botschaft zum Projekt DaziT streiche heraus, dass der Nutzen über die EZV hinausgehe. Die Zollverwaltung unterscheidet einen strategischen Nutzen von einem operativen. Der strategische Nutzen liege in der Digitalisierung. "In seiner Gesamtheit wird DaziT die Kontrolle des zunehmenden grenzüberschreitenden Personen- und Warenverkehrs verbessern und damit die Sicherheit im Inland erhöhen", zitiert die EFK. Auf operativer Ebene schätzt die EZV jährliche Einsparungen im grenzüberschreitenden Warenverkehr von 125 Millionen Franken. Darüber hinaus erwartet sie eine Produktivitätssteigerung von 20 Prozent.
 
Ein IKT-Schlüsselprojekt müsse eine Leistungswertanalyse aufbauen und die Kennzahlen in der halbjährlichen Berichterstattung ausweisen. Obwohl für 2018 geplant, seien zum Prüfungszeitpunkt keine Grundlagen vorgelegen, um Kosten, Nutzen und Wirtschaftlichkeit zu beweisen, schreibt die Finanzkontrolle.
 
Die EFK empfiehlt deshalb, schnellstmöglichst die notwendigen Grundlagen für eine tragfähige und aussagekräftige Messung des Nutzens (KPI) zu schaffen. Ausserdem empfiehlt die Finanzkontrolle, die Grundlagen für eine Leistungswertanalyse zu schaffen. In einer Stellungnahme sieht sich die Zollverwaltung mit beiden Empfehlungen einverstanden. Die EZV werde die notwendigen Grundlagen schaffen, um die Einsparungen, Produktivitätssteigerungen sowie Mittelverwendung verlässlich zu erfassen. (kjo)