Twint-Zahlen explodieren und keiner weiss warum

Seit Oktober explodieren die Nutzerzahlen der Twint Bezahllösung. Im Weihnachtsgeschäft des letzten Dezembers hat Twint wöchentlich 15'000 neue Abonnenten gefunden. Das hielt Twint-Geschäftsführer Markus Kilb soeben in der 'Schweiz am Sonntag' fest. Die Bezahllösung zähle "bald 1,2 Millionen registrierte Nutzer".
 
Auf Anfrage bestätigt Pressesprecher Victor Schmid die Zahlen und ergänzt, dass das rasante Wachstum vor drei Monaten eingesetzt habe und bis heute anhalte. Eine schlüssige Erklärung für diese Entwicklung kann Schmid nicht nennen. Er unterstreicht jedoch, dass das Twint-Team begeistert sei. Die Zahl der aktiven Nutzer nehme derzeit um elf Prozent pro Monat zu, fügt er an.
 
Schmid nutzt die Gelegenheit des kurzen Gesprächs mit inside-it.ch, um die Bedeutung von Twint noch einmal im gesamten Bezahlmarkt einzuordnen. 70 Prozent der Schweizer sind Barzahler, hält er mit Verweis auf eine Studie des Instituts für Finanzdienstleistungen Zug der Hochschule Luzern vom November letzten Jahres fest. 20 Prozent würden einfache Debitkarten nutzen und fünf Prozent der hiesigen Bevölkerung Kreditkarten. Twint habe sich inzwischen mit einem Marktanteil von um die 0,4 Prozent am Gesamtmarkt eine beachtliche Position erarbeitet, so Schmid.
 
Der Extrapolation der Wachstumszahlen von Twint in den letzten Wochen auf jährlich bis zu 700'000 neue Abonnenten, wie sie die 'Schweiz am Sonntag' vorgenommen hat, will sich der Sprecher allerdings nicht anschliessen. – Selbst dann nicht, wenn solch ein Wachstum dem Anspruch von Twint entgegenkommt, bis 2023 Standardlösung für jegliche Bezahltransaktionen in der Schweiz zu sein. (vri)