Slack hat viel Cash und will an die Börse

Der Anbieter des gleichnamigen Collaboration-Tools Slack will über eine Direktnotierung an die Börse, voraussichtlich im zweiten Quartal 2019. Mit diesem Direct Public Offering (DPO) verzichtet Slack auf die Unterstützung von Investmentbanken, was kostengünstiger ist und die Aktien direkt für Anleger verfügbar macht. Mit den Kosten für die Banken entfällt aber auch ihre stützende Wirkung für die Preisfindung. Ein eher ungewöhnlicher Schritt, schreibt 'The Information'. Slack verfüge aber über genügend Cash, um dies zu bewerkstelligen.
 
Im Oktober 2018 habe Slack über 900 Millionen Dollar in Cash verfügt. Slack gebe zwar viel Geld aus, aber nicht schnell genug, um es in naher Zukunft zu verbrennen. Zudem rechne das Unternehmen mit einem positiven Cashflow für das Geschäftsjahr, das im Januar 2020 endet. Diese gehe aus Finanzdokumenten hervor, die 'The Information' vorliegen. Falls Slack dies gelinge, wäre eine weitere Aufstockung von Kapital unnötig.
 
Bis anhin hat Slack seit der Gründung im Jahr 2009 fast 1,3 Milliarden US-Dollar gesammelt. Zu den Investoren gehören SoftBank, Dragoneer Investment Group und General Atlantic. Das Unternehmen wird mit 7,1 Milliarden Dollar bewertet.
 
Rasantes Umsatzwachstum
Das Unternehmen erzielte in den zwölf Monaten bis Ende Januar 2018 einen Umsatz von 221 Millionen Dollar. Für das laufende Jahr erwartet der Softwareanbieter einen Umsatz von 389 Millionen Dollar, was einem Wachstum von 76 Prozent entspricht; und nächstes Jahr will Slack um weitere gut 60 Prozent wachsen und 640 Millionen US-Dollar umsetzen, schreibt 'The Information' mit Berufung auf die Dokumente. Diese Umsatzzahlen seien bis anhin nicht kommuniziert worden und ein Unternehmenssprecher wollte sich gegenüber dem US-Magazin nicht dazu äussern.
 
Slack ist Anbieter der gleichnamigen Messaging- und Collaboration-App und zählt eigenen Angaben zufolge acht Millionen Nutzer pro Tag. Laut Slack gibt es mehr als drei Millionen zahlende Kunden. (kjo)