DSGVO: Rekordbusse für Google und Klagen gegen Streaming-Dienste

Die DSGVO besagt unter anderem, dass EU-Bürger wissen dürfen, welche personenbezogenen Daten Firmen über sie speichern. Die Non-Profit-Organisation NOYB ("None of Your Business") hat das Auskunftsrecht bei Streamingfirmen getestet. Ihr Fazit: Die meisten Firmen halten die DSGVO nicht vollständig ein. Dies meldet 'BBC'.
 
Personen, die mit NOYB zusammenarbeiteten, forderten eine Kopie ihrer Daten von mehreren Film- und Musikstreaming-Diensten an. Sie fanden heraus, dass Amazon, Apple, Spotify und Googles YouTube zwar rasch eine Kopie ihrer persönlichen Informationen zum Download bereitstellen konnten. NOYB sagte jedoch, dass nur einige der Daten verständlich seien. Andere Daten seien in einem Format geliefert worden, das von Menschen nicht verstanden werden kann. Laut DSGVO müssen die Datensätze für Normalsterbliche gut verständlich sein und nicht nur maschinenlesbar.
 
Netflix lieferte nicht alle Informationen und benötigte über 30 Tage dafür. Soundcloud antwortete laut der Organisation gar nicht.
 
Nun hat NOYB, gegründet vom im Silicon Valley gefürchteten österreichischen Privacy-Aktivisten und Anwalt Max Schrems, in Österreich deswegen zehn Klagen eingereicht.
 
Auf Anfrage der 'BBC' nahm nur Spotify Stellung und sagte, man sei überzeugt, die DSGVO-Bestimmungen einzuhalten. In diesen Fällen ist noch offen, ob Bussen gegen die Streaming-Anbieter ausgesprochen werden.
 
Google verletze DSGVO in Frankreich mehrfach
Derweil ist Google in Frankreich wegen mehrfacher Verletzung der DSGVO und des französischen Datenschutzrechts verurteilt worden. Der Konzern muss die neue Rekordsumme von 50 Millionen Euro bezahlen.
 
Es ist das erste Mal, dass ein Internetkonzern in diesem Kontext verurteilt wird. Frankreichs Datenschutzbehörde (CNIL) begründet die Busse damit, dass Google den Nutzern nicht vollständig mitgeteilt habe, wie ihre persönlichen Daten erfasst werden und was mit ihnen geschieht.
 
Google habe zudem keine rechtlich fundierte Zustimmung der Nutzer eingeholt, um personalisierte Anzeigen zu schalten, so die Behörde. Damit liefen die Geschäftspraktiken von Google der Datenschutzverordnung zuwider, so die CNIL in einer Mitteilung. Angesichts der Marktdominanz von Android in Frankreich und der Vielzahl von Google-Services sei es aber zentral, dass Google die DSGVO einhalte, so die Datenschützer.
 
Die CNIL reagiert mit der Busse auf Klagen französischer Datenschutz-Verfechter sowie der oben genannten NOYB.
 
Google hat bislang keine Stellung bezogen. (mag)