Post bricht riesige Client-Beschaffung ab

Die Post schrieb PCs, Notebooks, Thin Clients und Monitore aus und erhielt "kein anforderungs­gerechtes Angebot". Wie bitte?
 
Anfang Oktober hat die Schweizer Post die Ausschreibung "Future Client" publiziert. Gesucht wurde Hardware für die Arbeitsplätze der Mitarbeitenden in der Schweiz und im Ausland. Beschaffen wollte das Unternehmen Desktop und Mini PCs, Thin Clients, Notebooks, Dockingstations, Monitore, Keyboards und Mäuse sowie Garantie-, Wartungs- und 3rd-Level Supportleistungen. Insgesamt wurden zwölf verschiedene Gerätetypen mit zirka 78'000 Komponenten ausgeschrieben, präzisiert die Post auf Anfrage der Redaktion.
 
Ein Blick auf die Plattform Simap zeigt, dass im November die Frist zur Einreichung von Angeboten um rund vier Wochen bis 12. Dezember verlängert wurde. Gestern nun wurde der Abbruch der Ausschreibung publiziert. "Kein anforderungsgerechtes Angebot ist eingegangen", heisst die Begründung der Post auf Simap.
 
PC-Branche ist sauer
Es gibt kritische Stimmen aus der Branche zu dieser Ausschreibung. Da das Unternehmen für die Ausschreibung kein Feedback eingeholt habe, sei eine unerfüllbare Aufgabe entstanden, sagt uns ein Insider, der anonym bleiben möchte. Die Post habe die Ausschreibung bestmöglichst vorbereitet, so die Antwort der Post.
 
Der Ausschreibung ist zu entnehmen, dass mit Ausnahme der Dockingstations ausschliesslich Geräte ein und desselben Herstellers verlangt wurden. "Angebote, welche Geräte mehrerer Hersteller enthalten, werden vom weiteren Verfahren ausgeschlossen", heisst es auf Simap.
 
Die Lieferbedingungen seien sehr strikt gewesen und es sei mit hohen Penalties gedroht worden, so die weitere Kritik, die aus der Branche zu hören ist.
 
Die Post schreibt uns: "Nebst Hardware waren auch Dienstleistungen Teil der Ausschreibung. Für die einzelnen anzubietenden Leistungsgegenstände wurde eine Vielzahl von technischen Spezifikationen aufgestellt. Diese zwingend zu erfüllenden Anforderungen wurden von keinem Anbieter vollumfänglich erfüllt."
 
Die Post werde die Gründe analysieren, die zum Abbruch geführt haben und eine neue Ausschreibung vorbereiten. Für die Anbieter ist die Offertenerstellug ein teurer und aufwändiger Prozess. Dessen sei sich die Post bewusst und man bedauere daher, dass das Verfahren abgebrochen werden musste. Man bemühe sich, den Aufwand für die Anbieter so gering wie möglich zu halten. Gleichzeitig gelte es aber, den strengen Anforderungen des Vergaberechts gerecht zu werden, so der Post-Mediensprecher weiter. (Katharina Jochum)