Bringt Apple die iPhone-Abhängig­keit bald hinter sich?

Apple CEO Tim Cook.
In den drei Monaten bis Ende Dezember ging der Apple-Umsatz zurück. Aber, wie CEO Tim Cook schreibt, der "Umsatz ausserhalb des iPhone-Business stieg um fast 19 Prozent im Jahresvergleich, einschliesslich Rekordeinnahmen bei Services, Wearables und Macs". Beim Services-Geschäft handle es sich um eine "anhaltende Erfolgsgeschichte".
 
Stellt sich die Frage: Gelingt es Apple, die Abhängigkeit vom iPhone zu verringern?
 
In allen Regionen habe der Services-Bereich Rekordumsätze erreicht und man sei auf gutem Weg das Ziel zu erreichen, die Services-Einnahmen 2020 im Vergleich zu 2016 zu verdoppeln. Zum Bereich gehören etwa Apple Music, AppleCare, iCloud und der App Store.
 
Im Weihnachtsquartal steuerten die iPhones 60 Prozent des Umsatzes bei. Die Einnahmen in der Services-Sparte beliefen sich auf 10,8 Milliarden US-Dollar, womit der Bereich gut zwölf Prozent zum Gesamtumsatz beiträgt.
 
Die Brutto-Marge in der Services-Sparte kletterte von 58,3 Prozent im Vorjahr auf 63 Prozent, wie der Konzern weiter mitteilt, und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. "Sie werden effizienter, je grösser sie werden", sagte Cook gegenüber 'Reuters'.
 
Die Ergebnisse im Services-Bereich seien gut, glaubt Analyst Ivan Feinseth, von Tigress Financial Partners. Es handle sich um einen Wachstumsmotor. Die Börse stimmt zu: Im nachbörslichen Handel kletterten die Aktien um sechs Prozent nach oben. Zuvor fielen sie seit November um fast 30 Prozent, vor allem weil Apple schlechte iPhone-Verkäufe in Aussicht stellte.
 
Apple zähle 360 Millionen Abonnenten für eigene Services und jene von Drittanbietern. Letztere werden von Apple gezählt, wenn Kuden für die Bezahlung Apples Payment-Service Nutzen und der US-Konzern eine Provision erhält. Ziel sei, bis Ende 2020 500 Millionen Abonnenten zu zählen.
 
"Wir sind nicht nur mit dem Wachstum, sondern auch mit dem Umfang unseres Services-Portfolio zufrieden", sagte der Apple-Chef gemäss 'CNBC'. Die Einnahmen seien von weniger als acht Milliarden Dollar im Kalenderjahr 2010 auf über 41 Milliarden Dollar im Kalenderjahr 2018 gestiegen.
 
Der iPhone-Umsatz ging im Jahresvergleich um 15 Prozent zurück und belief sich auf 51,9 Milliarden Dollar. Cook verweist hier auf schlechte Ergebnisse in China. Auch für das laufende Quartal, stellte der Konzern einen niedrigeren iPhone-Absatz in Aussicht.
 
Für die anderen Hardware-Bereiche kann Apple wachsende Umsätze ausweisen. Wearables und Accessoires hätten sich im Weihnachtsquartal gut verkauft. Der Gesamtumsatz in den drei Monaten bis Ende Dezember ging um fünf Prozent auf 84,3 Milliarden Dollar zurück. Es ist das erste Mal seit 2001, dass Apple in einem Weihnachtsquartal rückläufige Einnahmen ausweisen muss. (kjo)