Kauft nun doch Sunrise UPC?

Freenet bestätigt Gespräche zwischen UPC Schweiz und Sunrise.
 
Nach jüngsten Medieninformationen verdichtet sich die Vermutung, dass UPC Schweiz nun doch verkauft wird. Das jedenfalls legt ein Bericht der 'Financial Times' vom Freitag nahe. Das Blatt will von nicht genannten, aber mit der Situation vertrauten Personen erfahren haben, dass die Gespräche zwischen Liberty Global, Besitzer des Schweizer Kabelnetzbetreibers, und Sunrise weit fortgeschritten seien.
 
Heute hat der Sunrise-Grossaktionär Freenet gegenüber der Nachrichtenagentur 'Reuters' entsprechende Gespräche bestätigt. Freenet halte sich weiter alle Optionen offen. Gegenüber 'Reuters' hielt man fest, eine Transaktion sei in verschiedenen Varianten denkbar und Freenet würde einen möglichen Deal prüfen und eine Zustimmung sei nicht ausgeschlossen.
 
Geändert hat sich nichts an der Argumentation, dass der Schweizer Markt zu klein sei für die vier Konkurrenten Swisscom, Sunrise, Salt und UPC. Eine Konsolidierung halte man für richtig, unterstrich denn auch Freenet.

Doch zuletzt drehten sich Gerüchte meist um den Verkauf von Sunrise, was im vergangenen Oktober noch durch Aussagen von Christoph Vilane, dem CEO von Freenet, und von Liberty-Global-CEO Mike Fries befeuert wurde.
 
Liberty Global könnte mit einem Verkauf von UPC seinen Ausstieg aus dem Europa-Geschäft fortsetzen. Ende 2017 hatte Liberty Global UPC Österreich verkauft und wenig später den deutschen Kabelnetzbetreiber Unitymedia sowie die Geschäfte in Ungarn, Tschechien und Rumänien.
 
Bei Liberty Global, schreibt die 'Financial Times', sei man von der "Balkanisierung" des europäischen Marktes frustriert, zumal die EU-Kartellbehörden es den Unternehmen schwer machten, nationale Märkte zu konsolidieren. Ausserdem verweist das Blatt auf die hohe Schuldenlast des UPC-Besitzers, die durch die Verkäufe geringer und somit die zuletzt schlechte Rating-Einschätzung verbessern würde. (vri)