Swisscom erzielt weniger Umsatz im B2B-Bereich

Der Konzern sieht im Geschäftskundenbereich Potenzial bei IoT, Cloud und Security. Im Banking-Bereich büsste Swisscom letztes Jahr Marktanteile ein.

Es sei ein gutes 2018 gewesen, aber Swisscom sei für 2019 weiter gefordert, so CEO Urs Schaeppi in einem Video zum Bilanzergebnis 2018. Auch wenn der Umsatz in der Schweiz um 2,7 Prozent auf 8,82 Milliarden Franken zurückging und sich das operative Ergebnis (EBITDA) von Swisscom Schweiz um 2,6 Prozent auf 3,41 Milliarden Franken verschlechterte, spricht das Unternehmen von einer "guten Marktleistung" und einem "soliden Ergebnis".
 
Weniger Umsatz mit Geschäftskunden
Der Umsatz im Segment Enterprise Customers ging in der Schweiz um vier Prozent auf 2,41 Milliarden Franken zurück. Der Gewinn auf Stufe EBITDA war um 8,2 Prozent rückläufig und betrug vergangenes Jahr 755 Millionen Franken, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht.
 
Als Full Service Provider mit einem breiten Portfolio sei Swisscom im Geschäftskundenmarkt gut aufgestellt, sagt der CEO. 2018 habe das Unternehmen in erster Linie das Cloud-Angebot, die IT-Security, das Digital Consulting sowie die Softwareentwicklung ausgebaut.

Neue Cloud-Services lanciert
Insbesondere mit Cloud-Produkten habe das Unternehmen punkten können, betonte Schaeppi. Vergangenes Jahr habe Swisscom zehn neue Cloud-Kunden gewonnen und auch neue Services lanciert. Als Neukunden nennt Swisscom auf Anfrage unter anderem Swiss Re, Dorma+Kaba, WealthArc und Bank Cramer.
 
Im Bereich IT-Dienstleistungen konnte Swisscom den Wachstumstrend der vergangenen Jahre nicht wie gewünscht fortsetzen, heisst es im Geschäftsbericht. Der rückläufige Umsatz führe zu einem leichten Marktanteilsverlust.
 
Dies sei vor allem auf das schwierige Umfeld im Banking-Bereich zurückzuführen. Swisscom habe einen Kunden im Banking-Bereich verloren, erklärt Unternehmenssprecher Armin Schädeli auf Anfrage. Genau Zahlen zum Bereich nenne man nicht, aber bekanntlich hat Swisscom ab 2018 den Finnova-Betrieb der Clientis-Banken an Inventx verloren, wie schon 2015 bekannt wurde.
 
Grosse Nachfrage nach Managed Security Services
Weiterhin positiv würde sich auch die Nachfrage nach IT-Outsourcing und Security-Lösungen entwickeln. "Klar am ausgeprägtesten ist das Wachstum und die Nachfrage bei Managed-Security-Services. Und dort in den Bereichen Threat Detection & Response, Security-Operation-Center-Leistungen, Web Security und Data Leakage Prevention", führt Schädeli aus.
 
Das Unternehmen betreibe seit fast zehn Jahren ein Security Operation Center in Zürich. Man profitiere nun davon, früh in den Security-Bereich investiert zu haben, insbesondere mit Blick auf regulatorische Vorgaben, etwa von der Finma, oder die verschärften Datenschutzanforderungen.
 
5G-Ausbau geplant
Als weiteren Treiber nennt Swisscom im Geschäftsbericht neue IoT-Services. Zufrieden ist Schaeppi auch mit den ersten 5G-Pilotprojekten. Man habe erste Erkenntnisse gewonnen und werde im laufenden Jahr 60 Gemeinden und Städte partiell mit 5G erschliessen.

Gutes Ergebnis in Italien
Unterm Strich blieb der Konzern-Umsatz stabil und betrug vergangenes Jahr 11,71 Milliarden Franken. Dies sei auch auf die guten Ergebnisse in Italien zurückzuführen. Mit Fastweb verzeichnete Swisscom ein Umsatzwachstum von über zwölf Prozent. Bei Italien handle es sich um einen schwierigen Markt, sagte Schaeppi, aber das Unternehmen sei in allen Bereichen gewachsen. Das Mobilfunkangebot in Italien sei durch den Zukauf von Frequenzen gestärkt geworden.
 
Der operative Konzerngewinn (EBITDA) nahm um 1,9 Prozent ab und belief sich im vergangenen Jahr auf 4,21 Milliarden Franken. Der Reingewinn ging um drei Prozent auf 1,52 Milliarden Franken zurück.

Sparprogramm wird fortgesetzt
Das Sparprogramm, mit dem bis 2020 jährlich 100 Millionen eingespart werden sollen, wird wie geplant fortgesetzt. Das Unternehmen rechnet daher für 2019 mit einem leicht rückläufigen Stellenangebot in der Schweiz. Ein konkreter Abbauplan wird jedoch im Unterschied zu früher nicht mehr genannt.
 
Die Gewerkschaft Syndicom gibt sich zufrieden. Mit einer Petition an Bundesrat und Parlament forderte die Gewerkschaft Anpassung der strategischen Ziele des Bundesrates und damit die Senkung der überhöhten Wertsteigerungs- und Gewinnerwartungen an Swisscom. Die Petition zeige in der Personalplanung 2019 der Swisscom bereits ihre Wirkung, schreibt die Gewerkschaft. Jetzt sei es auch an der Politik, die Anliegen der Swisscom-Mitarbeitenden ernst zu nehmen. (Katharina Jochum mit Material der 'sda')