Asut: 5G benötigt fast doppelt so viele Antennen

Für die Einführung von 5G in der Schweiz benötige es noch einmal fast so viele Handyantennen, wie es aktuell gibt. "Wir gehen davon aus, dass ohne Anpassung der Anlagegrenzwerte rund 15'000 zusätzliche Mobilfunkstandorte neu gebaut werden müssen, sagte Christian Grasser, der Geschäftsführer des Branchenverbands Asut, gegenüber der 'NZZ am Sonntag'. Derzeit gebe es etwas über 18'800 Mobilfunkstandorte.
 
Die bestehenden Anlagen stiessen an ihre Leistungsgrenzen, weil der mobile Datenkonsum stark steige und die Sendeleistungen sich aufgrund strenger Strahlenschutzvorschriften nicht erhöhen dürften. Zwei Drittel aller Mobilfunkstandorte hätten nicht mehr genügend Reserven, um 5G leistungsfähig einzusetzen. In Städten und Agglomerationen seien gar 90 Prozent der Sender am Limit der erlaubten Leistung angekommen, wie Grasser weiter zur Zeitung sagt. Eine mit 4G vergleichbare Abdeckung wäre so nicht überall möglich, fügt er an. Er bezweifle, dass es innert nützlicher Frist möglich sein werde, die zusätzlich benötigten neuen Antennen aufzustellen.
 
Das Thema Strahlenschutzgrenzwerte beschäftigt die hiesigen Telcos wie auch die Politik schon länger. Aktuell arbeite in Bundesbern eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe am Thema. Sie habe den Auftrag, bis Mitte 2019 einen Bericht über die Bedürfnisse und Risiken von Mobilfunk und Strahlenbelastung zu verfassen, insbesondere im Zusammenhang mit der Einführung von 5G, wie ein Sprecher des Bundesamts in der Sonntagszeitung zitiert wird. Danach werde sich der Bundesrat festlegen müssen, ob er den Strahlenschutz in der Schweiz aufweichen werde oder nicht. (kjo/sda)