Cloudians Objektspeicher landet bei Postfinance

Senior System Engineer Andre Kocher erklärte uns, warum.
 
Postfinance setzt seit kurzem für Big Data Analytics auch Objektspeicher für die Vorhaltung von Archivdaten ein. Der Lieferant ist der 2011 gegründete Aufsteiger im Storage-Business Cloudian. Andre Kocher ist als Senior System Engineer bei Postfinance für die neue Installation zuständig. Wie er uns erklärte, fiel die Entscheidung für Cloudian nach einer Evaluation möglicher Anbieter im letzten April. Im Oktober habe man, nach dem Aufbau einer Testumgebung und danach dem Aufbau und dem Testen der produktiven Plattform, bereits die ersten kleinen Applikationen in Betrieb nehmen können. In diesem Frühling und Sommer sollen weitere folgen.
 
Gegenwärtig hat die Plattform eine Gesamtspeicherkapazität von gut 500 Terabyte. Dies verteilt sich auf zweimal sechs Nodes, die in zwei Rechenzentren im redundanten Parallelbetrieb laufen.
 
Cloudian ist verständlicherweise daran interessiert, die Tatsache, dass man in der Schweiz Postfinance als Kunden gewinnen konnte, bekannt zu machen, und arrangierte das Gespräch zwischen inside-it.ch und Andre Kocher.
 
Postfinance verwendet Hadoop und Apache Spark als Grundlage für seine Big-Data-Analytics. Die neue Objektspeicherplattform, so betont Kocher, habe keines der bisherigen Speichersysteme ersetzt. "Object Storage ist für uns eine Erweiterung des bestehenden Storage-Portfolios." Aber man benütze auch weiterhin File- und blockbasierten Speicher. Objektspeicher habe vor allem dann Vorteile, wenn es um Archive mit sehr grossen Mengen an Files gehe.
 
Interne Nachfrage nach S3
Objektspeicher ist keineswegs eine brandneue Technologie. Warum hat sich Postfinance vor knapp einem Jahr dazu entschieden, ihn einzuführen? "Wir beobachten mit einem 'Technologieradar' kontinuierlich, "was am Markt abgeht". Und Objektspeicher sei gerade in letzter Zeit immer mehr zum Thema geworden. Zusätzlich sei eine konkrete Anfrage aus dem Analytics-Team gekommen, S3 benützen zu können.
 
S3 ist der Name von Amazons Cloud-Objektspeicher und steht für "Simple Storage Service". Die S3-API wird aber auch von einigen Anbietern von On-Premises-Speichersystemen wie Cloudian benützt, da sie sich als Quasi-Standard durchgesetzt hat.
 
Für die Entscheidung für Cloudian als Anbieter, so Kocher, sei die sehr S3-nahe Implementierung des Standards ausschlaggebend gewesen. Postfinance habe technische Anforderungen gehabt, welche dies zwingend notwendig machten. Cloudian unterstütze das Protokoll zu nahezu 100 Prozent. Und, so lobt er seinen neuen Lieferanten zusätzlich: Im Nachhinein habe auch die sehr einfache Implementierung des neuen Systems überzeugt.
 
Auch HyperFile im Einsatz
Postfinance setzt übrigens auch das weniger als ein Jahr alte Cloudian-Produkt HyperFile ein. Dieses ermöglicht es Applikationen, auf Cloudian-Systemen gespeicherte Daten auch als Files abrufen zu können. Cloudian startete diesen Ausflug in den NAS-Bereich vor elf Monaten durch die Übernahme des italienischen Unternehmens Infinity Storage. Postfinance, erläutert Kocher, benütze Hyperfile als Integrationsmöglichkeit für Aplikationen, die S3 noch nicht einsetzen können. (Hans Jörg Maron)