SGS eröffnet Hauptquartier zur Prüfung von Cyber-Security in Graz

Der Schweizer Warenprüfkonzern SGS begründet im österreichischen Graz einen Cybersecurity Campus gemeinsam mit der Technischen Universität Graz.
 
Im Campus sollen Forschung, Ausbildung, Produktprüfung und -zertifizierung angesiedelt werden. Geplant ist ein 7000-Quadratmeter-Gebäude für ein Forschungszentrum sowie ein Prüf- und Zertifizierungslabor für Cyber-Security der SGS Gruppe. 400 Forscher und Prüfer sollen dereinst am Campus forschen und arbeiten, so die Ankündigung von SGS.
 
Der Betrieb soll noch 2019 beginnen, auch wenn das neue Gebäude dann noch nicht fertig sein wird.
 
Die Wissenschafter sollen im Campus zum einen Grundlagenforschung zu Systemsicherheit und neuen Securitykonzepten betreiben. Im Rahmen der universitären Lehre sollen zum anderen auch neue Security-Experten und Forscher ausgebildet werden. Ebenso werden Weiterbildungsangebote angekündigt.
 
Der Grazer Campus will sich nicht abschotten, im Gegenteil zeigt man sich offen für Startups und Partner aus Industrie und Wissenschaft, die mitarbeiten und forschen möchten. Die Resultate der Grundlagenforschung sollen Wissenschaft und Öffentlichkeit frei zur Verfügung gestellt werden.
 
Kommerziell ausgerichtet ist die Tochterfirma SGS Digital Trust Services, welche im Campus Graz tätig sein soll. Entstehen soll das zentrale Prüf- und Zertifizierungslabor von SGS und das globale Hauptquartier für die Sicherheit von Produkten und Systemen. Damit gemeint sind Consumerprodukte, aber auch Rechenzentren.
 
"Hochvernetzte Produktionsanlagen, smarte Wohnungen, autonome Fahrzeuge: das Internet der Dinge, in dem Milliarden von Computern und Systemen drahtlos miteinander kommunizieren, wird zu einem immer grösseren Teil des privaten und beruflichen Alltags. Die Vernetzung der realen Welt mit der 'Cloud' bringt mehr Komfort und höhere Produktivität, aber auch völlig neue Bedrohungen", beschreibt SGS das geschäftliche Interesse des Konzerns am Thema.
 
Schon bislang bot SGS Zertifizierung und Tests von Hard- und Software sowie Prozessen, die Beurteilung von Netzwerken und IT-Systemen, Penetrationstests, dazu SOC-Dienste sowie Services rund um Datenintegrität.
 
Dabei können Studierende, Forschende und Partner die SGS-Laborinfrastruktur für Ausbildungszwecke nutzen.
 
Laut Medienmitteilung sprachen aus SGS-Sicht mehrere Gründe für die vergleichsweise kleine Stadt Graz mit knapp 300'000 Einwohnern: "Die hervorragende Forschungsleistung der TU Graz im Bereich IT-Sicherheit sowie der gute Austausch zwischen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft in der Steiermark waren ausschlaggebend". So waren Forscher der TU Graz beteiligt an der Entdeckung der aufsehenerregenden Prozessorlücken "Meltdown" und "Spectre". (mag)