Medtech: Jetzt kommen IoMT und SaaMD

Tech-Giganten investieren in Healthcare, die Gesundheitsindustrie investiert in Informatik.
 
Medtech gehört zu den "heissesten" Wachstumsfeldern der IT-Industrie. Um nur ein Beispiel zu nennen: Der vielfach preisgekrönte Zürcher Startup Ava gehört zu den seltenen Schweizer IT-Firmen, die Anerkennung und Märkte in den USA und in Asien gefunden haben.
 
Andererseits investiert die Gesundheitsindustrie selbst enorm viel in Informatik. Der Beratungsgigant Deloitte wirft im vor kurzem publizierten Bericht "2019 Global Life Sciences Outlook" einen Blick auf die digitale Transformation der Life Sciences. Wir picken einige Aspekte heraus.
 
IT-Industrie investiert in Gesundheits-Technologie
Etwa ein Drittel der weltweit produzierten Daten soll gemäss einer schon älteren US-Studie aus der Gesundheitsindustrie stammen. Entsprechend investiert die Gesundheitsindustrie massiv in Analytics, künstliche Intelligenz und Blockchain-Technologie, um "personalisierte Medizin" zu ermöglichen.
 
Umgekehrt investieren gemäss Deloitte sechs von zehn Tech-Giganten in Health Care. Allen voran die Google-Mutter Alphabet. Die Risikokapitalfirma von Alphabet hat seit 2009 in rund 60 Firmen im Umfeld der Gesundheitsindustrie investiert.
 
Ein anderes Beispiel: Amazon hat etwa eine Milliarde Dollar in die Hand genommen, um die Online-Apotheke PillPack zu übernehmen. PillPack liefert den Kunden beispielsweise personalisierte, vorbereitete und vorsortierte Medikamenten-Dispenser und dringt so in Märkte, in denen in der Schweiz beispielsweise Spitex-Betriebe und Heime sind.
 
Nach IoT und SaaS kommen IoMT und SaaMD
Die Gesundheitsindustrie investiert zusammen oder in Konkurrenz zur Tech-Industrie stehend in Geräte, die über Internet verbunden sind. Man nennt den Markt entsprechend IoMT (Internet of Medical Things). Man glaubt, der IoMT-Markt sei 2017 weltweit 41 Milliarden Dollar gross gewesen sein und wachse bis 2022 auf 158 Milliarden Dollar.
 
Ein weiteres Schlagwort ist SaMD: Software-as-a-Medical-Device. SaMD soll dazu eingesetzt werden, um Bilder, Aktivitätsdaten und vieles mehr aus den unterschiedlichsten Quellen zu analysieren und Output bis hin zu Behandlungsvorschlägen zu generieren. (hc)
 
Hinweis: Eine der entscheidenden Fragen in der Nutzung von medizinischen Daten für die Forschung ist die Frage der Einverständnis der Menschen, die die Daten "liefern". Lesen Sie dazu den Artikel "Einwilligung in Forschung ist keine Einbahnstrasse!", den Julian Mausbach, Oberassistent für Strafrecht und Strafprozessrecht an der Uni Zürich im Rahmen der DSI Insights im September 2018 auf inside-it.ch veröffentlicht hat.