Das Comeback des Jahres: Browsen Sie als wäre es 1990!

Screenshot CERN
Für Internet-Veteranen fühlt es sich an wie eine Verjüngungskur: Ein Team des in Genf ansässigen CERN hat "WorldWideWeb" neu gebaut, den weltweit ersten Browser aus dem Jahr 1990. Diesen hatte Tim Berners-Lee und sein Team den Forschern zur Verfügung gestellt.
 
Eigentlich ist es ein Browser-Simulator, den die CERN-Leute gebaut haben, denn man kann "WorldWideWeb" in einem aktuellen Browser nutzen.
 
Nichtsdestotrotz ist das "User-Erlebnis" erfreulich altmodisch. Und ungewohnt, der Browser war nämlich gleichzeitig ein Editor, um Websites zu bauen.
 
Langer Rede kurzer Sinn: Hier können Sie den Browser nutzen und ein historisches Demo-Video zeigt die Bedienung.
 
Das Team, das den WorldWideWeb-Browser von Berners-Lee neu gebaut hat, hat es offenbar in fünf Tagen geschafft. Ein wichtiges Ziel war es laut 'ZDnet', historisch akkurat vorzugehen. Dies hiess, den Browser auf einem original NeXT-Cube-Rechner zum Laufen zu bringen. Diesen konnten sie im CERN-Museum ausleihen.
 
Gleichzeitig publiziert wurde eine Online-Infografik mit dem Zeitstrahl der Entwicklung vom Arpanet bis HTML5.
 
Anlass sei das 30-jährige Jubiläum zum Vorschlag von Tim Berners-Lee aus dem Jahr 1989, ein globales "Hypertext Protokoll" zu entwickeln, das später zum WWW wurde. Es ist nicht das erste Mal, dass das CERN ein Jubiläum zum Anlass nimmt, seine Tech-Geschichte aufzuarbeiten. Zum 20-jährigen Jubiläum "der ersten URL" machte man die erste Website im Originalzustand zugänglich.
 
Nun mag ein Internetveteran heute sinnieren, dass der Beitrag der Schweiz zur Tech-Geschichte riesig ist und welches ökonomische, politische und technologische Potential damals für die Schweiz damit verbunden gewesen wäre. Wenn man es denn entdeckt hätte. Aber immerhin sind wir heute Innovationsweltmeister in einer tieferen Liga. (mag)