IT-Startups sollen von mehr Risikokapital der CS profitieren

Ihre Wachstums- und Startup-Finanzierung stockt die CS markant um 70 Millionen Franken auf nun 200 Millionen Franken aus. Erstmals im März 2018 war dieses 2010 gestartete Risikokapitalgefäss im Umfang von 100 Millionen Franken um 30 Millionen Franken speziell für Fintech-Investitionen aufgestockt worden.
 
Mit der nun erfolgten Erhöhung will die Bank nach eigenen Aussage ihr "Engagement für den Schweizer Werkplatz weiter ausbauen und zur nachhaltigen Förderung des Unternehmertums in der Schweiz beitragen". Insgesamt habe man in den letzten acht Jahren 52 Investitionen getätigt, von denen derzeit 29 aktiv betreut würden, heisst es zur aktuellen Lage. Durchschnittlich 15 Finanzierungsanfragen treffen pro Woche ein, über 3000 habe man inzwischen geprüft.
 
Während der Betrag für Fintechs unverändert bleibt, sollen von dem nun erhöhten Risikokapital insbesondere auch Start-ups in den Bereichen Robotics und Automation sowie Medtech profitieren. Alle drei Bereiche schätzt die CS als "strategische, sehr digitale und zukunftsträchtige Gebiete" ein, die besonders fokussiert werden sollen.
 
Im Fintech-Sektor seien bisher bisher rund 1,6 Millionen Franken an die Tradeplus24 und Assetmax ausgeschüttet, sagte Didier Denat, der Schweizer Chef für Firmenkunden und Investmentbanking, im Interview mit 'Finews'. Weitere Investments seien in der Pipeline, heisst es bei der CS auf Anfrage von inside-it.ch. Denat hatte in dem Interview darauf hingewiesen, dass es eine gewisse Hypestimmung in der Branche schwer mache, zu attraktiven Konditionen zu investieren.
 
Im Bereich Robotics verweist die CS auf ihre jüngste Beteiligung am Zürcher Start-up Fotokite. Es liefere kabelgesteuerte Drohnen, die autonom und zeitlich unlimitiert betrieben werden und spezielle Sicherheitsaufgaben beispielsweise bei der Feuerwehr übernehmen könnten.
 
Unter anderem wird aus dem IT-Umfeld auf die im November bekannt gemachte Investition in SpecPage mit Hauptsitz in Küsnacht hingewiesen. Deren IT-Lösungen adressieren das Product-Lifecycle- und Product-Data-Management spezifisch in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie.
 
Obwohl es laut Denat gerade im Fintech-Sektor nicht einfach ist, aus der Menge an Investitionsanfragen reale Projekte herauszufiltern, gibt sich die CS gegenüber inside-it.ch zuversichtlich. Angesichts des grossen Bedürfnis nach Wachstumskapital in der Schweiz, könne man grosse Teile der zusätzlichen 70 Millionen Franken über die nächsten Monate hinweg investieren. Zeitdruck herrsche allerdings nicht, heisst es auf Anfrgae.
 
Abgesehen von den drei genannten IT-nahen Bereichen wird die CS weiterhin auch in etablierte Unternehmen, die Kapital für Wachstums- oder Erweiterungsinvestitionen benötigen, und Gewerbebetriebe mit ausgeprägter regionaler Bedeutung investieren, wie es in der Pressemitteilung heisst. (vri)