IBMs Cyberangriff-Simulator-Truck macht in Zürich halt

Das laut IBM "erste mobile Kommandozentrum für Cyberattacken", ein 23-Tonnen-Truck, ist ab dem 5. März für eine Woche in Zürich stationiert. Das "Cyber Tactical Operations Center" (CTOC) ist von Anfang Jahr bis zum Sommer europaweit unterwegs, bestätigt IBM auf Anfrage. Es soll sich für Trainings- und Demonstrationszwecke eignen, aber auch für realen Cyberschutz bei Grossveranstaltungen eingesetzt werden können und die Möglichkeit bieten, den Cyber-Ernstfall zu erproben.
 
Beschrieben wird der massive schwarze Truck als netzunabhängigs mobiles Rechenzentrum mit eigenständiger Funk- und Satelliten-Kommunikation, das mit gestikgesteuerter Überwachsungstechnik ausgerüstet sei. Ausserdem verfüge er über Konferenzräume, so IBM.
 
Gedacht ist das CTOC dafür, möglichen Schäden vorzubeugen. Nötig sei es, weil anders als bei Naturkatastrophen oder Terroranschlägen die Reaktion auf gross angelegte Cyberangriffe selten bis gar nicht trainiert würden. Das CTOC schliesse diese Lücke mittels realitätsnaher Simulationen. So könne richtiges Verhalten im Angriffsfall durchgespielt werden, etwa wenn Infrastrukturen wie Banken, Stromnetze, Flughäfen oder Spitäler lahmgelegt oder gar Geheimdienste kompromittieren würden, wird versprochen.
 
Die Trainings in dem Truck adressieren übrigens nicht nur Experten, die für Cybersicherheit zuständig sind. Sondern vor allem Führungskräfte, die im Krisenfall in der Kommandozentrale sitzen und den Erpressungsversuchen der Hacker, dem Druck der Journalisten und den Anfragen besorgter Kunden und Geschäftspartner begegnen müssten.
 
Mit dem CTOC wolle man einerseits auf Cyber-Risiken aufmerksam manchen und andererseits auch dabei helfen, junge Leute für die vom Fachkräftemangel betroffenen Berufe im Bereich Cybersicherheit zu gewinnen, betont IBM. Speziell für die Schweiz lohne sich der Rückgriff auf das CTOC, weil die Finanzbranche ein häufiges Angriffsziel sei. (vri)