Warren Buffet versteht Oracle nicht

Der milliardenschwere Investor Warren Buffet versteht etwas von Businessplänen – möchte man meinen. Offenbar versteht er aber die Geschäftsabsichten von Oracle in Sachen Cloud überhaupt nicht. Dies gab der bekannte US-amerikanische Geschäftsmann zumindest gegenüber 'Bloomberg' zu Protokoll.
 
Das kann auch damit zusammenhängen, dass Oracle seine Finanzberichte unzureichend aufschlüsselt. Denn so lässt Larry Ellisons Konzern auch Investoren rätseln, wie die Cloud-Bemühungen aussehen und was innerhalb des Jahresumsatzes passierte. Dies monieren offenbar auch Analysten, die mit Oracle vertraut sind.
 
Für Oracle ist das nicht unbedingt von Vorteil: Im dritten Quartal kaufte Buffets Investment-Unternehmen Berkshire Hathaway Oracle-Aktien über rund 2,1 Milliarden Dollar. Nur um sie drei Monate später wieder abzustossen und den Kurs von Oracle nach unten zu drücken. Den Grund nennt Buffet in einem Interview mit 'CNBC': Zwar habe Larry Ellisson einen "fantastischen Job gemacht", aber "ich hatte das Gefühl das Geschäft nicht zu verstehen", so der Milliardär.
 
Bei Oracle gibt es zwei Indikatoren für die Beurteilung des Erfolgs im Cloud-Geschäft: Die Anwendungsseite und vor allem den Datenbankbereich. Ein Analyst sagte zu 'Bloomberg', dass Oracle im Anwendungsgeschäft gute Arbeit geleistet habe, aber beim Datenbank-Kronjuwel viel zu wenige Anhaltspunkte zur Beurteilung böte.
 
Buffet nannte den Erfolg der beiden Hyperscaler AWS und Microsoft und zeigte damit, dass er möglicherweise vom Cloud-Geschäft durchaus etwas verstehen könnte.
 
Seine grosse Investoren-Liebe findet er im Tech-Bereich aber wohl nicht, zerbrach doch seine Liaison mit IBM nach grosser Anfangseuphorie und brachte ihm einen 18-prozentigen Verlust ein. Buffet ist zudem nach wie vor Gross-Aktionär von Apple, aber auch hier mit derzeit schlechten Zahlen. (ts)