Fintech Sonect gewinnt Volg als Kunden

Das Startup Sonect und der Detailhändler Volg haben eine Zusammenarbeit beschlossen. Kunden des Zürcher Fintechs können ab sofort in über 580 Volg-Läden der Schweiz Bargeld beziehen.
 
Das Geschäftsmodell von Sonect basiert auf der Bereitstellung von virtuellen Geldautomaten. Per Sonect-App können sich Kunden des Jungunternehmens in teilnehmenden Läden, Restaurants und an weiteren Standorten Geld auszahlen lassen, das anschliessend vom eigenen Konto abgebucht wird.
 
Damit versuchen Volg und Sonect Nutzer zu gewinnen, die vom Abbau der Bankeninfrastruktur etwa in ländlichen Gemeinden betroffen sind. "Besonders in kleineren Dörfern werden immer weniger Bancomaten betrieben. Deshalb ist es für uns naheliegend, unseren Kunden mit dem Bargeldbezug einen weiteren Mehrwert zu bieten", so Ferdinand Hirsig, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Volg-Gruppe.
 
Aktuell können laut Angaben von Sonect Kunden von Postfinance oder der Hypothekarbank Lenzburg ihr Bankkonto an die App anbinden. Weitere Banken sollen folgen. Ansonsten ist der Bezug per Kreditkarte möglich.
 
Monetärer Stadt-Land-Graben?
Offen ist, inwiefern sich hier ein Stadt-Land-Gefälle andeutet: Schweizer setzen laut einer Umfrage immer seltener auf Bargeld. Das beliebteste Zahlungsmittel ist neuerdings die Debitkarte (38,3 Prozent), wie eine kürzlich publizierte Umfrage des Internetvergleichdienstes Comparis ergab. Bei der gleichen Umfrage vor einem Jahr hatte Bargeld noch obenaus geschwungen.
 
Dieses folgt nun bei den beliebtesten Zahlungsmitteln auf dem zweiten Platz (36,0 Prozent). Auf dem dritten Platz landete die Kreditkarte (23,2 Prozent).
 
Erst eine Randerscheinung ist das Bezahlen via Smartphone (Apple Pay, Samsung Pay, Twint usw.). Nur gerade 2,3 Prozent der gut 1'000 Befragten bezeichneten dieses als ihr bevorzugtes Zahlungsmittel. (sda/mag)