AR, KI und digitale Zwillinge: Die Hoffnungsträger der IT?

Wie gewährleisten Sie trotz zunehmender Komplexität einen stabilen IT-Betrieb? (Bild: Capgemini)
Trotz neuer Trend-Technologien beschäftigt sich der Grossteil der Firmen mit der Anwendungslandschaft, Cloud-Migration und Datensicherheit.
 
Im deutschsprachigen Raum setze sich der positive Trend der vergangenen Jahre bei den IT-Budgets weiter fort. Viele Unternehmen planen laut einer Befragung von Capgemini eine weitere Aufstockung der Budgets.
 
Oberste Priorität habe dabei die Digitalisierung. Etwas über 70 Prozent der befragten Unternehmen aus der DACH-Region wollen sich dem Thema Digitalisierung widmen. Die Unternehmen erhoffen sich damit, ihre Effizienz zu steigern, die Marktposition zu sichern oder neue Geschäftsfelder zu erschliessen. Knapp ein Viertel der IT-Budgets werde in Digitalisierungsprojekte investiert.
 
Als weitere Anforderungen der Geschäftsleitung an die IT-Abteilungen wurde eine Erhöhung der Flexibilität und Agilität genannt. Ausserdem solle sich die IT besser nach den Bedürfnissen der Endkunden ausrichten. Die Entwicklung neuer Services, eine kürzere Time-to-Market und die Erhöhung der Datensicherheit wird von jeweils einem Viertel der Unternehmen als eine der wichtigsten Anforderungen genannt.
 
Komplexität der IT-Landschaft spitzt sich zu
Ein Problem der Digitalisierung, so sind sich die Befragten einig, sei die steigende Komplexität der IT-Landschaft. Klagten vor einem Jahr noch weniger als 15 Prozent der Befragten über die Komplexität, sind es in diesem Jahr bereits 25 Prozent.
 
Um trotzdem einen stabilen IT-Betrieb zu gewährleisten, setzen gut drei Viertel der Unternehmen auf höhere Automatisierung und gut die Hälfte will dem Thema mit Umstrukturierungen und Reorganisationen begegnen. Ebenfalls rund die Hälfte der Unternehmen hofft, mit mehr Personal oder mit einer höheren Outsourcing-Quote die Komplexität in den Griff zu kriegen. Aber jeder Vierte hat laut der Umfrage Schwierigkeiten, genügend Mitarbeitende zu finden oder neue Stellen genehmigt zu bekommen, wie aus der Capgemini-Studie weiter hervorgeht.
 
Die Trend-Themen und Hoffnungsträger 2019
Capgemini hat die IT-Entscheider nach Themen gefragt, die sie aktuell im Zusammenhang mit der Digitalisierung besonders beschäftigen. Das Thema Sicherheit ist eines dieser Trend-Themen. Denn die technologische Weiterentwicklung bringe auch neue Einfallstore und Schwachstellen mit sich. Gleichzeitig steige mit der Digitalisierung auch die Vernetzung der IT-Systeme. Entsprechend gehören DSGVO-Compliance, Multi-Faktor-Authentifizierung und Privacy by Design zu den am häufigsten genannten Trend-Themen 2019. Ebenfalls oben auf der Liste steht BYOx-Security, also der Schutz vor Bedrohungen, die mit privat genutzten Geräten, Apps oder Storage- und Cloud-Services einhergehen.
 
So wichtig die Trend-Technologien seien, gearbeitet werde in den befragten Unternehmen dennoch vor allem an der Anwendungslandschaft. 63 Prozent der Befragten wollen dieses Jahr weitere Applikationen in die Cloud und migrieren, 58 Prozent neue Plattformen für den Vertrieb, Kundenkontakt, Kernsysteme oder das IoT aufbauen und die Hälfte der Firmen arbeite an der Automatisierung von Software-Tests.
 
Gleichzeitig gibt es eine kleine Gruppe von Vorreitern, die sich mit neuen IT-Trends nicht nur auseinandersetzt, sondern Technologien wie AR/VR, Digital Twin oder AI und Machine Learning bereits einsetzt. So habe die Bedeutung von Digital Twins in diesem Jahr deutlich zugenommen, obwohl sie insgesamt noch kaum im Tagesgeschäft eingesetzt werden. Digitale Zwillinge als Abbilder physischer Produkte seien vor allem für das produzierende Gewerbe und die Service-Industrie interessant. Daneben gewinnen Robotic Process Automation (RPA) und Devops an Bedeutung und werden auch häufiger genutzt.
 
Intelligente Technologien wie KI, Deep Learning und Data Mining werden beispielsweise zur Unterstützung von medizinischen Diagnosen eingesetzt oder für die Optimierung von Suchmaschinen. Der Einsatz von Cognitive Computing bei der Steuerung von Geschäftsprozessen stehe aber noch ganz am Anfang.
 
Im Gegensatz dazu sind Robotic Process Automation (RPA) und Devops wichtiger geworden und werden auch häufiger genutzt. Dieser Trend werde durch Anforderungen wie kürzere Release-Zyklen und höhere Flexibilität getrieben, schreibt Capgemini.
 
Ebenfalls als Hoffnungsträger werden AR- und VR-Technologien genannt. Insbesondere in der Industrie- und der Automobilbranche hätten diese Technologien einen hohen Stellenwert. Neue Einsatzszenarien könnten sich mit der Einführung der neuen Mobilfunkgeneration 5G und der weiteren Verbreitung von Cloud und Edge Computing ergeben. (kjo)