Zuger Melonport löst sich auf und übergibt seine Software

Das Zuger Blockchain-Startup Melonport wird liquidiert. Laut Eintrag im Handelsregister hat die Generalversammlung Mitte Februar die Auflösung des Unternehmens beschlossen. Sind das nach dem Wertverlust vieler Zuger Blockchain-Startups und Turbulenzen in der Crypto Valley Association weitere "Bad News" vom Zuger Blockchain-Standort?
 
Nein, versichert Melonport-Mitgründerin Mona El Isa gegenüber der 'Handelszeitung'. Letzte Woche sei die erste Version von Melon live gegangen. Die Management-Plattform für digitale Assets auf der Ethereum-Blockchain, wird nun offenbar in die Freiheit entlassen. "Wir lösen schlicht unser Versprechen ein und geben die Kontrolle über das ab, was wir geschaffen haben", so die ehemalige Bankerin von Goldman Sachs.
 
Die Plattform wird als Open-Source-Lösung in die Hände eines internationalen Gremiums von Sachverständigen und künftigen Anwendern übergeben. Der sogenannten Melon Council umfasst derzeit acht Personen. Nur eine davon stammt aus dem bisherigen Melonport-Team, wie aus einem Blogbeitrag des Startups hervorgeht. Dieser Rat befindet nun über die Weiterentwicklung der Software. "Wir tun dies, um zu zeigen, dass wir es ernst meinen mit dem Aufbau eines dezentralen Systems", sagte El Isa zu 'Techcrunch'.
 
Denn weiterentwickeln muss man die Software: Die Infrastruktur ist nicht fertig, an Erfahrungen mit der Plattform mangelt es noch. "Niemand sollte schon heute einen Multi-Millionen-Dollar-Fonds auf unserer Plattform lancieren", gab dann auch El Isa zu Protokoll.
 
Die umtriebige Wahlzürcherin aus Grossbritannien hat bereits das nächste Startup im Köcher: Madeeba soll auf der Basis des Protokolls von Melonport Tools für das Asset-Management entwickeln. (ts)