Biel muss viel Geld in die Schul-IT investieren

Die Stadt Biel will rund 15 Millionen Franken in die Schulinformatik investieren, dies schreibt das 'Bieler Tagblatt'. Damit einher geht ein Zuständigkeitswechsel. Bislang waren in der Stadt mit 55'000 Einwohnern die Schulen für ihre eigene Informatik zuständig, während die städtische Abteilung Informatik nur die Sicherheit überprüft hat.
 
Entsprechend vielfältig und von den IT-Interessen einzelner Schulen und Lehrern abhängig ist die städtische Informatiklandschaft heute. Dies soll sich ändern: "Wir wollen ein gleiches System für alle, keine Unterschiede mehr", lässt sich Reto Meyer, Leiter der Abteilung Schule & Sport in Biel, im 'Bieler Tagblatt' zitieren.
 
Die geplante Vereinheitlichung der Schul-IT kostet die Stadt nun überdurchschnittlich viel im Vergleich zu anderen Städten. Biel muss nämlich 272 Franken pro Einwohner ausgeben, während die Stadt Bern nur 176 Franken pro Einwohner investieren muss (total rund 25 Millionen Franken) und Thun nur 128 Franken (total 5,5 Millionen Franken).
 
Im Rahmen des Projektes muss ein neues Netz aufgebaut werden und es sollen 2180 Tablets beschafft werden, dies inklusive 950 für die Lehrpersonen. Hinzu kommen 1981 Laptops und 300 Drucker. Für diese Beschaffung sind vier Millionen Franken budgetiert. Hinzu kommen weitere 4,14 Millionen Franken Personalaufwand. Steht die Infrastruktur, werden laut Schätzungen fünf Stellen in der städtischen Informatik nötig sein, um die Schul-IT zu betreuen.
 
Biels Finanzdirektorin Silvia Steidle resümiert in der Zeitung: "Wir haben die Entwicklung verschlafen." Und ganz aufholen wird Biel im Vergleich mit Bern oder Zürich trotz der Mehrausgaben nicht: In Bern teilen sich laut der Zeitung zwei Klassen einen Gerätesatz mit Tablets und Laptops und in Zürich ist sogar jede Klasse damit ausgerüstet. In Biel hingegen werden es fünf Klassen sein.
 
Und die Umsetzung des Projekts Schulinformatik wird auch dauern: Falls zuerst der Bieler Stadtrat und im Mai die Stimmbevölkerung die 15-Millionen-Investition befürworten, wird das neue Schulnetz erst 2021 live gehen und die Geräte eingesetzt werden können. (mag)