Huaweis Plan B: Weg von Windows und Android

Der chinesische Netzwerkausrüster und Hardwarehersteller Huawei hat eigene Betriebssysteme für Smartphones und Notebooks entwickelt, um – falls nötig – unabhängig zu sein von der Technologie von US-Unternehmen. Derzeit kommt auf den Huawei-Smartphones und -Tablets das Android-OS zum Einsatz und die Notebooks werden mit Microsofts Windows ausgestattet.
 
In einem Interview mit der deutschen Zeitung 'Welt' sagte Yu Chengdong, Chef der Mobilsparte, Huawei habe ein eigenes Betriebssystem vorbereitet. So sei man für den Fall der Fälle gewappnet. "Das ist unser Plan B. Aber wir bevorzugen natürlich die Zusammenarbeit mit unseren Partnern Google und Microsoft", fügte der Huawei-Manager an.
 
Berichte darüber, Huawei arbeite an eigenen Betriebssystemen, gibt es bereits seit längerem. Die Arbeiten daran sollen begonnen haben, nachdem die USA 2012 eine Untersuchung gegen Huawei und den ebenfalls chinesischen Hersteller ZTE eingeleitet hatte. Ein Verbot für amerikanische Firmen, Komponenten an ZTE zu liefern, legte den Betrieb von ZTE vergangenes Jahr für mehrere Wochen praktisch still.
 
Der Handelsstreit zwischen China und den USA, die Verbannung von Huaweis 5G-Technologie aus dem amerikanischen Funknetz oder der Vorwurf, die Chinesen hätten Betriebsspionage begangen, dürfte dem Huawei-eigenen Betriebssystem neuen Aufwind gegeben haben. Die Finanzchefin wurde im Dezember in Kanada festgenommen. Huawei wurde werden Bankbetrug, Verletzung von Sanktionen gegen den Iran und wegen Behinderung der Justiz angeklagt. Dieser Fall wird nun verhandelt und wird der Hersteller für schuldig befunden, könnten harte Sanktionen drohen. Huawei hat sämtliche Vorwürfe stets bestritten und plädiert laut 'Reuters' im Iran-Fall auf nicht schuldig. (kjo)