Ruag wird zweigeteilt – inklusive IT-Systeme

Beim bundesnahen Rüstungs- und Technologiekonzern Ruag bleibt in den nächsten Jahren kein Stein auf dem anderen: Der internationale Unternehmensteil soll vollständig privatisiert oder verkauft werden.

Bereits im vergangenen Sommer hatte die Regierung bekanntgegeben, dass die für die Schweizer Armee tätigen Geschäftseinheiten von Ruag von den internationalen Bereichen getrennt werden sollen. Dadurch würden die Finanzflüsse und die Informatiksysteme der beiden Unternehmen getrennt und damit die Sicherheit und Transparenz erhöht, argumentierte der Bundesrat vor rund zwei Jahren.

Eine vom Ruag-Verwaltungsrat durchgeführte und von Bund und Externen evaluierte Prüfung sei nun abgeschlossen, mit dem Ergebnis: In den nächsten rund zwei Jahren soll die heutige vom Bund kontrollierte Division Ruag International in ein eigenes Unternehmen verwandelt werden.
 
Zwei Subholdings
Juristisch wird die Ruag Holding AG ab Anfang 2020 eine neue Beteiligungsgesellschaft mit zwei Subholdings: Einerseits MRO Schweiz, die mit rund 2500 Mitarbeitenden für die Armee tätig sein wird; andererseits Ruag International für die übrigen Geschäftsbereiche mit rund 6500 Mitarbeitenden, wovon zwei Drittel im Ausland beschäftigt sind.
 
Ruag International soll in ein privates Luft- und Raumfahrt-Technologieunternehmen verwandelt werden. Zu Beginn werden im internationalen Bereich auch Unternehmenssparten weitergeführt, die nicht zur neuen Ausrichtung als Aerospace-Gruppe passen oder die aufgrund der Vernetzung mit dem Ausland nicht in MRO Schweiz überführt werden können. Dazu zählt auch der Cyber-Bereich. Für Simulation & Training werde ein Joint-Venture angestrebt.
 
IT-Systeme werden getrennt
Diese beiden Subholdings werden separat geführt werden, finanziell voneinander unabhängig sein und mit getrennten Informatiksystemen arbeiten.

Das Informatiksystem von MRO Schweiz wird in den Sicherheitsperimeter des VBS integriert. Damit werde die Informatiksicherheit auch im Nachgang zum Hack von 2016 weiter gestärkt, sagte Verteidigungsministerin Viola Amherd heute vor Medien.

Genauer Zeitplan ist noch offen
Wann und wie genau die Privatisierung des internationalen Ruag-Teils über die Bühne gehen soll, ist noch offen. Im Vordergrund steht ein Börsengang, frühestens und "im Idealfall" im Jahr 2021. Alles solle aber "schrittweise" geschehen.

Entscheide würden in den kommenden Monaten fallen. Zu Beginn werden unter Ruag International auch jene Unternehmensbereiche weitergeführt, die nicht zur neuen Ausrichtung passen oder die aufgrund der Vernetzung mit dem Ausland nicht in den Schweizer Teil überführt werden können. (sda/kjo)