US-Präsidentschafts-Kandidat gehörte zu legendärer Hacker-Gruppe

Beto O'Rourke könnte Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl 2020 herausfordern, falls er sich bei den Vorwahlen durchsetzen sollte. Laut US-Medien gilt der 46-jährige Texaner als sehr aussichtsreicher Kandidat der Demokraten.
 
Natürlich wird nun in der Vergangenheit von O'Rourke recherchiert. Und laut 'Reuters' hat sich O'Rourke erstmals dazu bekannt, Mitglied einer legendären Hacker-Gruppe gewesen zu sein: The Cult of the Dead Cow (cDc).
 
In welchem Zeitraum er genau Mitglied war, ist unklar. Doch es sei gewesen, als O'Rourke ein Teenager war. Seine Mitgliedschaft wird bestätigt von mehr als einem Dutzend weiterer cDc-Mitglieder.
 
"cDc", scherzhaft nach einem verlassenen texanischen Schlachthaus benannt, wurde 1984 gegründet und wurde unter anderem wegen der Entwicklung des Remote-Wartungstools "Back Orifice" bekannt. Dieses erlaubte ab 1998 nicht nur die Fernwartung von Windows-PCs, sondern wurde von Hackern als "Backdoor-Trojaner" genutzt.
 
Ein cDc-Mitglied hat auch den Begriff "Hacktivism" erfunden. Der Begriff umschreibt die Entwicklung und Nutzung von Technologie zur Förderung der Menschenrechte. Die Gruppe war offenbar auch die erste Hackgruppe mit einer eigenen Usenet-Newsgroup. Die IT-Publikation 'The Register' wertet cDc als "eine der legendärsten Hacking-Gruppen der Cyber-Geschichte".
 
Allerdings, so 'Reuters', beschäftigte sich die Gruppe bis Ende der 1980er Jahre mehr mit dem Schreiben über Hacking als mit dem Einbruch in IT-Systeme. Laut einem Interview, das in Buchform im Juni erscheinen soll, sei O'Rourke auch kein Hacker im üblichen Sinne gewesen sein: "Es gibt keinen Hinweis darauf, dass O'Rourke sich jemals mit den härtesten Arten von Hacking-Aktivitäten befasst hat, z. B. beim Eindringen in Computer oder beim Schreiben von Code, der dies anderen ermöglicht", so 'Reuters'.
 
Ins gleiche Horn stösst 'The Register'. Er gebe zu, dass er Telefonrechnungen für sein Datenfernübertragungs-Modem umgangen und gecrackte Videogames von Bulletin Boards heruntergeladen habe. (Anmerkung für Millenials und Jüngere: In der Frühphase des Internets gingen User auf Bulletin Boards, indem sie sich über ein Modem in herkömmliche Telefonleitungen einwählten. Kamen Ferngesprächstarife mit dem Modem zum Tragen, so konnten die Kosten in den USA sich auf monatlich Hunderte von Dollars belaufen).
 
Die IT-Biographie des möglichen Präsidentschaftskandidaten war aber mit seinen Teenagerjahren nicht vorbei: 1999 gründete O'Rourke dann eine Webagentur namens Stanton Street Technology Group, die es bis heute gibt (ohne dass O'Rourke noch eine Funktion hat). (mag)