Cybercrime erfordert mehr Polizisten in Bern

Sechs Schwerpunkte der Polizeiarbeit im Kanton Bern hat der Regierungsrat genannt, in denen er bis 2030 für 62 Millionen Franken pro Jahr insgesamt 360 neue Polizisten und Informatiker anstellen will. Neben "präventiver Präsenz und intensivere Ermittlungen im Cyber-Raum" soll unter anderem auch die Interventionsfähigkeit im Bereich von Extremismus und Terrorismus verbessert werden.
 
Die Forderungen des Regierungsrats beruhen auf einer 2016 einstimmig vom Grossen Rat beschlossene Motion, die einen Bericht zur Überprüfung und Anpassung des Personalbestands der Kantonspolizei forderte. In dem nun vorliegenden Bericht wird festgehalten, dass die Anzahl der Polizistinnen und Polizisten im Kanton Bern, gemessen an der Zahl der Bevölkerung deutlich tiefer als in vergleichbaren Kantonen wie Waadt, Zürich oder Graubünden ist.
 
Zwar sinke seit 2012 die Anzahl der Straftaten im Kanton, doch neue oder verstärkte Bedrohungen wie "die zunehmende und sehr dynamische Kriminalität im Cyber-Raum" sei "deutlich spürbar und beeinträchtigt das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung", heisst es nun in der Auswertung des Berichts.
 
Wenn es nach dem Regierungsrat geht, soll der Ausbau in zwei Schritten erfolgen. In Sachen Cybercrime werde man nicht nur Polizisten anstellen, sondern auch IT-Spezialisten, sagte Stefan Blättler, Kommandant Kantonspolizei Bern, bei der Vorstellung der Berichtsresultate.
 
Kritik erfuhr das Vorhaben, das vom Kantonsparlament noch bestätigt werden muss, von den Grünen und der GLP. Bürgerliche und SP unterstützen das Vorhaben des Regierungsrats zwar, doch auch FDP und SVP stellen die Zahl von 360 zusätzlichen Stellen bei der Polizei in Frage, heisst es in einem Artikel der 'Bieler Zeitung'. (vri)