IBM steigt mit Blockchain in die Finanzbranche

Grafik: IBM
Big Blue baut mit Banken an einer Alternative zu SWIFT.
 
IBM hat mit Blockchain World Wire ein Netzwerk für regulierte Finanzinstitute lanciert. World Wire sei entwickelt worden, um Devisen, grenzüberschreitende Zahlungen und Geldüberweisungen zu optimieren und beschleunigen, schreibt das Unternehmen. Eine mögliche Alternativlösung also zu SWIFT.
 
World Wire sei entwickelt worden, um Devisen, grenzüberschreitende Zahlungen und Überweisungen zu optimieren und zu beschleunigen. Es sei das erste Blockchain-Netzwerk dieser Art, das Zahlungsmeldungen, Clearing und Settlement in ein einziges einheitliches Netzwerk integriert. Gleichzeitig, so IBM, können die Teilnehmer für das Settlement aus einer Vielzahl von digitalen Assets wählen.
 
"Wir haben ein neues Zahlungsnetzwerk geschaffen, das die Überweisung beschleunigen und grenzüberschreitende Zahlungen erleichtern soll", sagte Marie Wieck, General Manager von IBM Blockchain.
 
World Wire basiert auf dem Stellar Protocol. Dabei handelt es sich um ein Open-Source-Protokoll für grenzüberschreitende Transaktionen zwischen beliebigen Währungspaaren. Es reduziere die Zahl der Zwischenhändler und ermögliche es den Nutzern, die Abwicklungszeit zu verkürzen, indem sie Geldwerte in Form von Kryptowährungen übertragen. Das Netzwerk unterstütze bereits das Settlement mit der Kryptowährung Stellar Lumens und einer an den US-Dollar gebundenen Stable Coin, geht aus der Mitteilung hervor.
 
Sechs internationale Banken hätten eine unverbindliche Absichtserklärung unterzeichnet, schreibt IBM. Unter anderem Busan Bank in Südkorea und die philippinische Rizal Commercial Banking Corp planen eigene Stable Coins herauszugeben und mit World Wire zu arbeiten. Dadurch werde die Blockchain um weitere Währungen ergänzt. Rizal wolle noch im zweiten Quartal einen Stable Coin lancieren, warte jedoch noch auf die Bestätigung der Regulatoren. Ausserdem, so 'Bloomberg', sei "Big Blue" mit zwei grossen US-Banken im Gespräch. Die Banken seien am IBM-Blockchain-Produkt interessiert, nachdem JPMorgan angekündigt habe, eine an den US-Dollar gebundene digitale Währung zu lancieren.
 
Die von den Banken herausgegebenen digitalen Münzen könnten über das IBM-Netzwerk ausgetauscht und für das Settlement genutzt werden. Indem sie Münzen verleihen, ergebe sich für Banken Einnahmen in Form von Zinsen, so Jesse Lund, VP Blockchain bei IBM, zu 'Bloomberg'. (kjo)