IT an Zürcher Mittelschulen wird zentralisiert

Übernimmt das neue Amt für Informatik den Job? Nein, der Auftrag für die IKT-Grundversorgung wird ausgeschrieben.
 
Der Kanton Zürich hat eine Strategie für den Ausbau der IT an den Schulen erarbeitet. Damit soll den Schulen der Sekundarstufe II eine zeitgemässe technische Infrastruktur verschafft sowie Lehr- und Lernformen mit digitalen Hilfsmitteln gefördert werden. Gleichzeitig hat der Regierungsrat beschlossen, die IT an den Mittel- und Berufsfachschulen zu standardisieren. Dies teilt der Kanton heute mit.
 
Die Strategie wurde vom Mittelschul- und Berufsbildungsamt (MBA) im Auftrag der Bildungsdirektion erarbeitet und nun vom Regierungsrat festgelegt. Sie beinhaltet zwei Schwerpunkte: Zum einen soll sie eine zeitgemässe und leistungsfähige IKT-Grundversorgung der Mittel- und Berufsfachschulen gewährleisten. Zum anderen sollen neue Formen des Lehrens und Lernens mit digitalen Hilfsmitteln gefördert werden.
 
Der Aufbau der IT an den Schulen sei bisher uneinheitlich gewesen und habe in unterschiedlichem Tempo stattgefunden. Dies soll sich mit der Zentralisierung ändern. Die Bedürfnisse der Schulen soll über das das Mittelschul- und Berufsbildungsamt koordinieren werden.
 
Der Regierungsrat hat nun die Finanzdirektion mit dem Projekt "IKT-Grundversorgung Sek II" beauftragt. Damit soll die IT-Grundversorgung an den Schulen der Sekundarstufe II auf- und ausgebaut werden. Für die Projektführung werden im Amt für Informatik (AFI) vier zum Teil befristete zusätzliche Stellen geschaffen, schreibt der Kanton.
 
Zentrale Grundversorgung beim Amt für Informatik
Die Strategie zum digitalen Wandel an Mittel- und Berufsfachschulen ist abgestimmt auf die kantonale IKT-Strategie, die der Regierungsrat im Mai letzten Jahres vorgestellt hat. Gemäss der kantonalen Strategie soll die technische Grundversorgung in Zukunft zentral über das neue AFI in der Finanzdirektion erfolgen. Die vier neuen Stellen im AFI sollen bis Anfang 2020 besetzt werden.
 
Ein Pilotbetrieb wird Ende 2021 durchgeführt und bis Ende 2024 soll die Migration der IKT-Infrastruktur in rund 80 Prozent der Schulen abgeschlossen sein.
 
Laut dem Sitzungsprotokoll des Regierungsrats wird der Aufwand für die IKT-Grundversorgung an den 39 Schulen mit rund 10'000 Geräten auf 20 Millionen Franken pro Jahr geschätzt. Zum Projekt "IKT-Grundversorgung Sek II" gehören unter anderem der Auf- und Ausbau des zentralen Identitäts- und Zugriffsmanagements für die 60'000 Nutzer, der Aufbau des Managements der rund 10'000 Computerarbeitsplätze sowie der Ausbau des technischen Betriebs der Fachapplikationen der Schule. Ausserdem soll eine Serviceorganisation aufgebaut werden.
 
Zentral beim AFI? Grundversorgung wird ausgeschrieben
Der Betrieb der IKT-Grundversorgung in den Schulen wird heute von verschiedenen externen Anbietern sichergestellt, heisst es im Regierungsratsbeschluss. Zukünftig soll nur noch ein Anbieter die IKT-Grundversorgung für alle Schulen Sek II erbringen. Dadurch könne man die Voraussetzungen für eine Standardisierung der Grundversorgung schaffen.
 
Da sich das AFI noch im Aufbau befinde, könne es die Aufgaben nicht aus eigener Kraft übernehmen. Innert kürzester Zeit müssten viele neuen Stellen geschaffen und in das Amt integriert werden. Deshalb wird die Grundversorgung extern vergeben. Ende 2020 sollen die Ausschreibung und Vergabe erfolgt sein, heisst es im Regierungsratsbeschluss. Es handle sich hierbei aber wegen des Projektumfangs und den noch nicht vorhandenen Mittel im AFI um einen Sonderfall und bilde keine Präjudiz für die Bereitstellung der IKT-Grundversorgung in der übrigen kantonalen Verwaltung, versichert die Regierung.
 
"Für die Erarbeitung der anspruchsvollen Ausschreibungsunterlagen ist die Unterstützung eines externen Beratungsunternehmens erforderlich. Dafür wird mit Ausgaben von unter 100'000 gerechnet, womit der Auftrag freihändig vergeben werden kann", heisst es im Regierungsratsbeschluss weiter. (kjo)