Drei Pioniere für neuronale Netzwerke gewinnen Turing Award

Der prestigeträchtige (und finanziell auch nicht zu verachtende) Turing Award geht dieses Jahr an Yann LeCun, Geoffrey Hinton and Yoshua Bengio. Geehrt werden die drei Akademiker für ihre Beiträge an die Grundlagenforschung auf dem Gebiet der neuronalen Netzwerke.
 
Neuronale Netzwerke sind mathematische Systeme, die grob der Art nachempfunden sind, in der Neuronen in Gehirnen untereinander verbunden sind und sich gegenseitig beeinflussen. Sie sind besonders geeignet für Machine-Learning-Aufgaben und bilden die Grundlage für die schnellen Fortschritte, die heutzutage auf Gebieten wie Foto- und Spracherkennung oder autonome Fahrzeuge gemacht werden.
 
Geoffrey Hinton hat laut einem Bericht der 'New York Times' schon in den 70er Jahren begonnen, sich mit der damals noch als Fantasterei geltenden Idee der neuronalen Netzwerke zu beschäftigen. 2004 lancierte er ein Forschungsprogramm für 'neural computation and adaptive perception', dem sich auf seine Einladung hin auch LeCun und Bengio anschlossen.
 
Hinton arbeitet heute für Google, LeCun für Facebook und Bengio erhält Aufträge sowohl von IBM als auch von Microsoft.
 
Der Turing Award wird seit 1966 jährlich verliehen und gilt als wichtigste Auszeichnung auf dem Gebiet der Computerwissenschaft. 1984 wurde er von einem Schweizer gewonnen, dem ETH-Professor und Entwickler der Programmiersprache Pascal, Niklaus Wirth.
 
Seit 2014 wird der Turing Award von Google unterstützt und ist mit einer Million Dollar dotiert. (hjm)