Die neue Simap-Plattform verzögert sich

Am 1. Mai 2019 hätte die neue Beschaffungsplattform Simap in den Betrieb gehen sollen. Das Projekt "Neue Beschaffungsplattform simap2019" für die Neuentwicklung wurde im Dezember 2016 ausgeschrieben und der Zuschlag in Höhe von 1,64 Millionen Franken ging im Mai 2017 an die griechische Firma European Dynamics.
 
Offenbar aber kommt es zu Verzögerungen. Wie die 'Luzerner Zeitung' schreibt, könne der Mai-Termin nicht eingehalten werden. Der Bericht erscheint einen Tag nachdem bekannt wurde, dass es bei einem anderen IT-Projekt des Bundes, das ebenfalls an die Griechen vergeben wurde, zu Verzögerungen kommt. Die Eidgenössische Finanzkontrolle beanstandete beim IT-Projekt der Bundeskanzlei zur Modernisierung der Bundesrechtsplattform mehrere Punkte. In einem gestern publizierten Bericht meldete die Finanzkontrolle, dass European Dynamics nicht wie vorgesehen liefere, dass es zu Mehrkosten komme und die angestrebten Ziele nicht erreicht werden.
 
Das neue Simap eigne sich schlecht für IT-Projekte
Der Verein Simap habe seine Mitglieder im Februar darüber informiert, dass sich die Einführung der neuen Simap-Plattform auf unbestimmte Zeit verzögere, bestätigt Stefan Sutter, Alt-Regierungsrat aus Appenzell Innerrhoden und Präsident des Vereins Simap der 'Luzerner Zeitung'. Man habe sich nach Tests der neuen Lösung dafür entschieden. Auf Anfrage von inside-channels.ch/inside-it.ch gab der Verein darüber hinaus keine Auskünfte. Wegen den laufenden Gesprächen mit den Projektbeteiligten sei man derzeit nicht in der Lage, weitere Informationen bekannt zu geben, so Adriano Moser, Geschäftsführer des Vereins.
 
Mit Berufung auf Insider nennt die 'Luzerner Zeitung' funktionale Probleme. Etwa würde die Möglichkeit zur Bewertung von Angeboten oder die Anbindung der DUNS-Nummer zur eindeutigen Identifikation von Unternehmen nicht umgesetzt. Ausserdem eigne sich die neue Lösung schlecht für IT-Projekte, da sie nur die Realitäten im Bausektor abbilde.
 
European Dynamics, eine international tätige Firma, die hierzulande immer wieder Aufträge gewinnt, wies Vorwürfe im Zusammenhang mit Problemen mit Schweizer Projekten gegenüber der 'Luzerner Zeitung' zurück. In der Stadt Bern jedenfalls wurde die Beschaffungsplattform der Griechen erfolgreich eingeführt. "Wir arbeiten sehr gut mit European Dynamics zusammen", sagt Marietta Weibel von der Stadtberner Fachstelle für Beschaffungswesen der Zeitung. Man sei mit der Qualität, dem Preis-Leistungs-Verhältnis zufrieden und die Kosten seien eingehalten worden. (kjo)