Bank Santander steckt 20 Milliarden Euro in Digitalisierung

Die Bank Santander gab an ihrem Investorentag in London bekannt, massiv in die Digitalisierung investieren und so vor allem die Kosten in Europa senken zu wollen. Die Kosten sollen in den nächsten Jahren jährlich um rund zehn Prozent sinken, wie aus einer Präsentation der Bank hervorgeht.
 
20 Milliarden Euro will die Santander dafür in den nächsten vier Jahren in die Hand nehmen. Damit will die spanische Bank nicht nur die Kosten senken und die Profitabilität steigern, sondern auch die Technologie verbessern, um die Kundenzufriedenheit und die Kundenbindung zu erhöhen, heisst es in einer Mitteilung. Santander will mehrere digitale Angebote entwickeln und ausbauen. Dazu gehört eine neue, globale Trading-Plattform, die es KMU erleichtern soll, international zu handeln.
 
Santander plant ausserdem das in Zusammenarbeit mit Ripple entwickelte Echtzeit-Geldüberweisungssystem, One Pay FX, über eine eigenständige App namens Pago FX in mehreren Ländern einzuführen und auf Nichtkunden auszudehnen. Dies ermögliche es auch Nicht-Kunden, gemeint sind sowohl Privat-User als auch KMU, Geldüberweisungen zu tätigen. Die App werde in Kürze in Grossbritannien, Deutschland und Polen ausgerollt.
 
Santander weist ausserdem auf Ausbaupläne für Openbank hin. Dabei handle es sich um die grösste Digitalbank Europas. Der Temenos-Kunde Openbank soll mittelfristig in zehn neue Märkte eintreten und auf zwei Millionen Kunden anwachsen. Allein in Spanien zähle die Bank bereits eine Million Kunden, obwohl es sich um einen reifen Markt handle.
 
Wie aus der Mitteilung weiter hervorgeht, will die Bank ihre IT-Infrastruktur auf eine Multi-Cloud-Umgebung mit globalen Plattformen umstellen, unterstützt durch agile Methoden. Um Prozesse effizienter zu gestallten will die Bank auf Machine Learning und Robotics setzen. Dadurch erhofft sich die Bank Einsparungen von über 500 Millionen Euro. Sparen will die Santander ausserdem mit der Verhandlung von Dienstleistungsverträgen. Diese sollen nun global verhandelt werden, um von besseren Preisen Gebrauch machen zu können. (kjo)