Stellenabbau in der IT von Raiffeisen Schweiz?

Bis zu 200 Stellen werden bei Raiffeisen Schweiz abgebaut. Bei Arizon fallen zudem 26 Arbeitsplätze weg.
 
Die Raiffeisen Gruppe will nach der Ära Vincenz einen Neuanfang, wie das Institut in der Jahresbilanz 2018 festhält. Zu diesem Zweck wurde ein Projekt namens "Reform 21" lanciert, das von den Raiffeisenbanken und deren zentralen Dienstleisterin Raiffeisen Schweiz gemeinsam erarbeitet wird.
 
Viel über das Programm wüssten die Mitarbeitenden noch nicht, sie sollen nächste Woche über den Plan informiert werden. Offenbar stehen nun rund 200 Jobs bei Raiffeisen Schweiz zur Disposition – unabhängig von "Reform 21" wie das Institut betont. Ein "substanzieller Teil des Abbaus" soll durch natürliche Fluktuation und Pensionierungen erfolgen, heisst es.
 
Wegfallen sollen die Arbeitsplätze an der Zentrale in St. Gallen, wo etwas über 1200 Personen beschäftigt werden. Ein grosser Teil dieser Mitarbeiter ist in der IT tätig. Ob und wie viele Informatiker betroffen sind, stehe derzeit noch nicht fest, wie Mediensprecher Dominik Chiavi auf Anfrage von inside-it.ch festhält.
 
Raiffeisen Schweiz erhofft sich Kostenersparnisse von bis zu 100 Millionen Franken bis 2020. Letztes Jahr fiel ein Personalaufwand von fast 384 Millionen Franken für 2123 Vollzeitstellen an, wie aus dem Geschäftsbericht für das letzte hervorgeht.
 
Erst im Februar war bekannt geworden, dass rund zehn Prozent der 205 Mitarbeiter von Arizon die Stelle verlieren könnten. Raiffeisen Schweiz hatte das ehemalige Avaloq-Raiffeisen-Joint-Venture kurz zuvor gekauft und offiziell vom Abbau von "wenigen Stellen" gesprochen. Nun erklärt Mediensprecherin Angela Rupp auf Nachfrage, dass 26 Personen bei Arizon betroffen sind, auch hier "grossteils" durch "natürliche Fluktuation oder (Früh-)Pensionierungen".
 
Die neue Struktur für Raiffeisen Schweiz
Im Rahmen der "Reform 21" gibt sich Raiffeisen Schweiz eine neue Organisationsstruktur. So würden zwei Departemente geschaffen, die ausschliesslich Dienstleistungen "für die Bedürfnisse der Raiffeisenbanken" sowie der direkt von der Zentrale betreuten Kunden erbringen würden. Diese Departemente heissen "Raiffeisenbank Services" (u.a. Vertriebsunterstützung, Marketing) und "Firmenkunden & Niederlassungen".
 
Dazu kämen die Einheiten "Produkte & Investment Services" (Hypotheken, Vorsorgen, Vermögen, Anlagegeschäft) sowie "Treasury & Markets" (Markt- und handelsorientierte Themen). Daneben gebe es die unterstützenden Departemente "Finanzen & Personal", "Risiko & Compliance" sowie "IT & Services".
 
Die Neuorganisation tritt laut den Angaben per 1. Juli in Kraft. (ts mit Material von sda)