SRG schafft ein IT-Kompetenzzentrum

Das Zentrum soll 280 Personen umfassen und aus der internen IT-Einheit Init sowie der SRG-Tochter Swiss TXT bestehen.

SRG will bis Anfang 2020 ein neues IT-Kompetenzzentrum etablieren. Dieses soll für IT-Infrastruktur und IT-Services, Digitalproduktion und Distribution zuständig sein. Der organisatorische Schritt wird im Rahmen eines Sparprogramms vollzogen, wie das Unternehmen mitteilt.
 
Zudem übernimmt SRG Anfang 2020 die Produktionsfirma TPC wieder vollständig. 40 Stellen werden abgebaut, davon 20 durch Kündigungen und vorzeitige Pensionierungen. Die SRG erwartet, durch die gesamten Massnahmen zehn Millionen Franken pro Jahr einsparen zu können.
 
"Das genaue Leistungsportfolio wird noch definiert"
Das IT-Kompetenzzentrum wird von der SRG-Tochtergesellschaft Swiss TXT in Biel geleitet. Integriert wird neu die SRG-interne IT- und Infrastruktureinheit Init. Diese ist für die gesamte zentrale IT-Infrastruktur sowie die IT-Services der SRG zuständig.
 
Bei Swiss TXT arbeiten derzeit 179 Angestellte, Init zählt 100 Mitarbeiter. Auf Nachfrage von inside-it.ch, ob hier Stellen verloren gehen, erklärt der Medienverantwortliche Edi Estermann: "Wir starten nun mit der Erarbeitung des Detailkonzeptes und dabei wird sich zeigen, in welchen Bereichen entsprechend optimiert werden kann."
 
Swiss TXT, die früher vor allem mit dem Teletext in Verbindung gebracht wurde, bietet mittlerweile diverse IT-Services auch für externe Kunden. Das Multimedia-Kompetenzzentrum der SRG betreibt etwa Rechenzentren, auf die auch die Nachrichtenagentur 'sda' zugreift. Erst vor zwei Tagen war es dort zu einem grösseren Ausfall gekommen.
 
Die Services von Init werden nun in das Portfolio von Swiss TXT integriert. Das zukünftige Leistungsportfolio werde dann in den kommenden Monaten genauer definiert, hält Estermann fest. Offenbar also auch, welche Dienstleistungen allfällige externe Kunden beziehen können.
 
2015 baute SRG rund 100 Stellen ab und räumte damals ein, dass auch Informatiker davon betroffen seien. Estermann erklärt nun, dass in der IT kein Stellenabbau geplant sei und hält bezüglich Einsparungen fest: "Die aktuell vom Verwaltungsrat beschlossenen Massnahmen ermöglichen, digitale Services inkl. infrastrukturnaher ICT-Services, Access Services sowie Distribution End2End über die gesamte Wertschöpfungskette der SRG aus einer Hand zu erbringen. Zudem können mit dem Kompetenzzentrum Synergien genutzt und damit Kosteneinsparungen realisiert werden. Es reduzieren sich zudem die Anzahl Schnittstellen im Unternehmen, was zu einer Vereinfachung und Flexibilisierung der Prozesse führen wird."
 
SRG will 100 Millionen Franken sparen
Die SRG setzt derzeit ein Sparprogramm in der Höhe von 100 Millionen Franken um. Grund dafür seien die Reduktion und Plafonierung der Gebühren, sinkende Werbeeinnahmen, Einschränkungen im digitalen Werbemarkt und Investitionen in die Zukunft.
 
Um "das Programmangebot zu schonen", würden vor allem Massnahmen in den Bereichen Immobilien, Infrastruktur, Technik, Produktionsprozesse und Verwaltung geprüft. Gemäss Gilles Marchand soll die SRG so reformiert werden, dass die Flexibilität und Effizienz verbessert und gleichzeitig das Programmangebot maximiert werden kann.
 
Für die Gekündigten stehe ein Sozialplan bereit, hiess es von Seiten SRG. Als "skandalös" bezeichnete es die Gewerkschaft Schweizer Syndikat Medienschaffende (SSM), dass die Angestellten den hohen Preis für "die Planspiele der SRG-Spitze" bezahlten. Es sei an der Zeit, dass sich die SRG auf ihre Werte besinne und sich die Frage stelle, was und wer ein Servicepublic-Unternehmen ausmache. (ts/sda)