Die wichtigsten Ankündigungen der Google-Konferenz Next

Der US-Konzern zeigte eine Reihe von Neuerungen für die Cloud-Plattform – und lässt das Soziale Netzwerk Google+ für Business User wiederauferstehen.
 
Bis gestern lief in San Francisco die Google-Konferenz Cloud Next – mit einer Fülle von Ankündigungen. In ihren Keynotes legten Google-CEO Sundar Pichai und Cloud-Chef Thomas Kurian viel Wert darauf, zu betonen, wie wichtig doch offene Technologien für das Enterprise Cloud Business seien. Dies ist verschieden US-Medienberichten zu entnehmen.
 
In diesem Kontext ist etwa die Einbindung von AWS und Azure in das Hybrid-Computing-Modell von Google zu verstehen. Diese Integration gab Google vor wenigen Tagen mit der Ankündigung von Anthos bekannt. Auch gab Google die Integration von mehreren Open-Source-Technologien und -Produkten bekannt. Diese können nun im Wesentlichen innerhalb der Google-Cloud wie Google-Services genutzt werden. Zu den genannten Partner gehören Confluent, DataStax, Elastic, InfluxData, MongoDB, Neo4j und Redis Labs. "Diese Integrationen sind ein Segen für Google Cloud-Kunden", kommentiert 'Tech Crunch', da viele ohnehin bereits einige dieser Dienste nutzen. Dank der Integration würden Kunden eine einzige Rechnung und Zugriff auf den Support dieser Unternehmen erhalten, während sie gleichzeitig die Dienste von einer einzigen Konsole aus verwalten könnten, so die Ankündigung.
 
Im globalen Cloud-Markt ist Google die Nummer drei hinter AWS und Microsoft Azure. Und wenn man von Marktanteilen spreche, müsse man unweigerlich von Cloud Cosumption sprechen. Je mehr Rechenleistung ein Kunde in den Rechenzentren der Hyperscaler verbraucht, desto mehr Geld bezahlt er, kommentiert 'Quartz'. Neuerungen wie zusätzliche AI- oder Analytics-Tools hätten letztlich zum Ziel, die Comsumption anzutreiben.
 
Mehr AI und Security
Google hat sein bereits umfangreiches AI-Angebot für die Google Cloud Platform erweitert. Die neue Google-AI-Plattform biete eine End-to-End-Lösung für Entwickler, die den gesamten Ablauf ermögliche – von der Datenaufnahme über das Training und Testen ihrer Modelle bis hin zur Produktion. AI und Machine Learning ist ein Thema bei allen grossen Cloud-Providern. Eine End-to-End-Lösung, so das Fazit von 'Tech Crunch', sei ein grosser Schritt nach vorne und öffne das Feld für einen breiten Kreis potenzieller Anwender.
 
Gleichzeitig kündigte Google eine Reihe von Security- und Privacy-Tools für die Cloud an. Security Health Analytics für das Cloud Security Command Center (Cloud SCC) beispielsweise scanne die Cloud-Infrastruktur. So würden Konfigurationsprobleme wie offene Buckets, offene Firewall-Ports, veraltete Verschlüsselungscodes oder deaktivierte Sicherheitsprotokolle automatisch erkannt. Eine weitere Neuerung verbessere die Threat Detection. Ausserdem sei das Access-Management besser gestaltet worden, fasst 'Tech Crunch' zusammen. Neu bietet Google auch die Möglichkeit über ein Android-Geräte eine Zwei-Faktor-Authentifizierung, vorerst für Chrome, einzurichten.
 
Google+ lebt auf
Kürzlich wurde das Social-Media-Netzwerk von Google, Google+, eingestellt. Nun lässt der Konzern das Produkt wieder aufleben und zwar für Business-Kunden. Im Produkt für Unternehmenskunden, stecke die gleiche Code-Basis wie im eingestellten Tool für Endkunden. "Currents" werde derzeit als Beta-Service lanciert und könne innerhalb des Google-Collaboration-Portfolio G Suite genutzt werden. Somit versucht Google erneut gegen Facebook anzutreten. Der Social-Media-Gigant bietet mit Workplace seit einigen Jahren eine Business-Version seines sozialen Netzwerks.
 
Google+ landet zwar auf dem Friedhof derjenigen Google-Produkte, die über die Jahre eingestampft wurden, doch lebt der Code weiter. 150 Produkte hat der US-Konzern über die Jahre zu Grabe getragen, wie der Website 'gcemetery.co' zu entnehmen ist, die ein Webentwickler zusammengestellt hat. Darunter etwa Inbox, Allo oder die Fotobearbeitungs-Software Picasa. Allein in diesem Jahr waren es neun Produkte, die vom Unternehmen nicht mehr weitergeführt werden – inklusive Google+. (kjo)