Post und Rega setzen (wieder) auf Drohnen

Die Schweizerische Post nimmt ihre Drohnenflüge im Dienst der Medizin wieder auf, nachdem der Absturz einer Drohne im Januar in den Zürichsee geklärt ist. Ein Kurzschluss war die Ursache, wie die Sicherheits-Untersuchungsstelle Sust mitteilte.
 
Am 25. Januar musste eine Drohne, die Laborproben über den Zürichsee transportierte, eine kontrollierte Notlandung einleiten und landete im Zürichsee. Gemäss dem Schlussbericht der Sust hatte mit grosser Wahrscheinlichkeit ein Kurzschluss zur Notlandung der Drohne geführt. Dieser hatte die Stromversorgung zum GPS unterbrochen.
 
Die Sicherheitsmechanismen der Drohne hatten daraufhin einwandfrei funktioniert: Wie in einem solchen Fall vorgesehen, löste die Drohne die Notlandung selbst aus. Dazu stoppt sie die Rotoren und wirft ihren Fallschirm aus. Die hinunterschwebende Drohne macht mit einem schrillen Pfeifton und grellen Blinklichtern auf sich aufmerksam.
 
Die Post und der Drohnen-Hersteller Matternet hatten nach dem Vorfall als freiwillige Vorsichtsmassnahme entschieden, alle Drohnen am Boden zu behalten, bis die Ursache geklärt ist. Nun nehmen die Post und Matternet die Flüge für ihre Kunden in Zürich und Lugano ab 15. April wieder auf, wie sie mitteilten. Matternet habe Anpassungen an den Drohnen vorgenommen.
 
Rega sucht künftig Personen mit Drohne
Auch die Schweizerische Rettungsflugwacht (Rega) setzt auf eine Drohne. In schwer zugänglichem Gelände oder bei schlechten Sichtverhältnissen soll sie künftig zur Personensuche zum Einsatz kommen. Der 20 Kilogramm schwere Mini-Helikopter ist mit einer Wärmebildkamera und Handyortung ausgerüstet.
 
Sie ist als Ergänzung zu den herkömmlichen Suchmitteln gedacht, "für Situationen, bei denen ein Einsatz des Helikopters niemandem zugemutet werden kann", wie Hardegger sagte. Die Drohne soll dereinst auch im Auftrag der Polizei eingesetzt werden.
 
Mit drei Rotorblättern und einem Rotordurchmesser von etwas mehr als zwei Metern sieht die neue Rega-Drohne aus wie ein Mini-Helikopter. Äusserlich hat sie nicht viele Gemeinsamkeiten mit handelsüblichen Multikopter-Drohnen. Sie fliegt ohne Funk- oder Sichtverbindung zum Bodenpersonal. Zudem ist sie mit einem Notfall-Schirm ausgerüstet.
 
Bei einem Einsatz fliegt die Drohne in einer Höhe von 80 bis 100 Metern dank Satellitennavigation präzise und autonom grossflächige Suchgebiete auf einer vordefinierten Route ab. Hindernissen weicht sie dank Kollisionswarnsystem selbständig aus. Zudem ist sie mit einer Wärme- sowie einer optischen Kamera und einer Mobilfunk-Ortung ausgestattet.
 
"Die Drohne muss über mehrere Kilometer Distanz und während mehrerer Stunden Einsatzdauer ohne Sichtverbindung zum Drohnen-Piloten fliegen können", sagte der Projektleiter. Eine Software wandelt zudem mit Informationen aus Datenbanken das aktuell vielleicht neblige Bild in eine künstliche Darstellung bei gutem Wetter um.
 
Im Notfall wird ein Team aus Drohnenpilot und Operator in die Nähe des vermuteten Unglücksorts fahren. Dort fliegt der Mini-Helikopter ins Einsatzgebiet und meldet der Crew, falls er etwas findet. Der Operator entscheidet schliesslich über die weiteren Massnahmen und organisiert die Rettung.
 
Intensive Tests stehen bevor, damit Anfang 2020 erste Einzeleinsätze durchgeführt werden können. Wie viele der benzinbetriebenen Rega-Drohnen dereinst eingesetzt werden und wo sie stationiert werden, ist noch offen. (sda/ts)