OpenJDK: Red Hat löst Oracle ab

Der Anbieter von Open-Source-Lösungen Red Hat löst Oracle ab und wird in Zukunft als Steward für die Projekte OpenJDK 8 und OpenJDK 11 auftreten. Damit bekräftige Red Hat seine Unterstützung der Java-Community und gehe einen ähnlichen Weg wie bei der Projektsteuerung von OpenJDK 6 und OpenJDK 7, wie es in einer Mitteilung heisst.
 
Oracle hatte Ende 2018 neue Release-Zyklen angekündigt, bei dem sich Versionen mit Langzeitunterstützung mit Versionen abwechseln, die nur ein halbes Jahr kostenfreien Support erhalten. Nutzer von OpenJDK müssten somit auf kostenpflichtige Angebote setzen oder den halbjährlichen Release-Zyklus mitmachen. Red Hat kündigte gemäss dem 'Linux-Magazin' bereits an, mit eigenen Long-Term-Support-Versionen aufzutreten. Auch von Amazon gibt es OpenJDK-Versionen mit Langzeitsupport.
 
Red Hat sei seit 2007 Mitglied der OpenJDK Community und leiste einen der grössten Beiträge zum Projekt, schreibt das Unternehmen. In der Rolle als Steward der Update-Versionen von OpenJDK 8 und OpenJDK 11 werde Red Hat mit der Community zusammenarbeiten, um weitere Innovationen in Java voranzutreiben. Oracle besitze zwar Java SE, habe aber bereits Java EE an die Eclipse-Stiftung übergeben, die das Produkt in Jakarta EE umbenannt hat. "Meine Vermutung ist, dass wir in den nächsten Jahren weitere Nachrichten über den Übergang der Java-Führung erwarten können", sagt Michael Azoff, Analyst beim Unternehmensberater Ovum. "Und ich glaube, dass Red Hat ein sicheres Paar Hände wäre, um diese Rolle zu übernehmen."
 
Andrew Haley, der langjährige Java Technical Lead bei Red Hat, wurde im Februar 2019 zum Projektleiter für OpenJDK 8 und OpenJDK 11 ernannt, so die Mitteilung weiter. Er engagiere seit sieben Jahren als aktives Mitglied des OpenJDK Governing Board und trage in dieser Rolle dazu bei, die zukünftige Ausrichtung von Java und OpenJDK zu bestimmen. (kjo)