Samsung will 116 Milliarden Dollar in Chip-Entwicklung investieren

Samsung will seine Abhängigkeit vom schwankungsanfälligen Geschäft mit Speicherchips verringern. Der südkoreanische Technologieriese will bis 2030 rund 116 Milliarden Dollar unter anderem in die Entwicklung von Chips für selbstfahrende Autos und künstliche Intelligenz investieren, wie der Konzern ankündigt. Im Zuge dessen würden 15'000 neue Arbeitsplätze entstehen.
 
Nach Jahren des Booms beginnt der Markt für Speicherchips zu schrumpfen. Die Non-Profit-Organisation World Semiconductor Trade Statistics (WSTS) geht nach Hochrechnungen davon aus, dass das Volumen um drei Prozent auf 454,5 Milliarden Dollar sinkt.
 
Die Halbleiterhersteller wetteifern daher nun um den Markt für leistungsstarke Chips zur Unterstützung neuer Technologien wie 5G, vernetzte Autos und künstliche Intelligenz. Mit dem Investitionsplan will Samsung zu grösseren Rivalen wie Taiwans TSMC oder dem US-Konzern Qualcomm aufschliessen.
 
"Samsung will den Markt für Nicht-Speicherchips offenbar aggressiv aufrollen", erklärte Analyst Song Myung-sup von HI Investment & Securities. Doch es sei wegen der Unwägbarkeiten des Marktes schwer abzuschätzen, ob der Konzern damit letztendlich Erfolg haben werde.
 
Das Überangebot an Halbleitern und der scharfe Wettbewerb auf dem Smartphone-Markt hatten Samsung zum Jahresauftakt einen Gewinneinbruch um mehr als die Hälfte eingebrockt. Zudem musste der Konzern zuletzt wegen technischer Probleme die Markteinführung seines faltbaren Smartphones verschieben. (sda/ts)