Ist Aebi Schmidt Opfer von Ransomware?

Der Schweizer Fahrzeugbauer räumt Probleme mit dem IT-System wegen eines Angriffs ein, lässt aber offen, welche Malware eingesetzt wurde.
 
Der Frauenfelder Fahrzeugbauer Aebi Schmidt ist Opfer eines Cyber-Angriffs geworden, in dessen Folge Teile des IT-Systems ausgefallen sind. Der Ausfall sei "auf den Versuch Dritter zurückzuführen, Schadsoftware in unsere Systeme einzuschleusen", schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung an Kunden und Partner.
 
Um welche Malware es sich handelt, teilt man seitens Aebi Schmidt aber nicht mit. 'Techcrunch' schreibt mit Verweis auf anonyme Quellen von einem Angriff mit Ransomware, über welchen die Belegschaft unterrichtet worden sei. Es könnte sich also um die Malware LockerGoga handeln, die vor kurzem Hydro Norsk und andere Industriekonzerne getroffen hat. Dies ist aber bislang Spekulation: Von Seiten Aebi Schmidt hält man es für unwahrscheinlich, dass es sich um einen Angriff mit Ransomware handelt, wie der 'Tagesanzeiger' schreibt.
 
Gegenüber inside-it.ch verweist Firmen-Sprecher Thomas Schiess lediglich auf die Mitteilung und hält fest, dass man derzeit nicht mehr sagen könne. Es liefen momentan Abklärungen, die hauseigenen Experten arbeiten an der Wiederherstellung des Normalzustandes.
 
Auf der Website von Aebi Schmidt ist zu lesen: "Betroffen sind ausschliesslich auf Windows und Microsoft basierende Systeme, die vorübergehend abgeschaltet werden mussten und nun Schritt für Schritt wieder hochgefahren werden." Unter anderem könnten derzeit keine E-Mails empfangen oder versendet werden. Auch das internationale IT-Netzwerk des Unternehmens soll betroffen sein, wobei die europäische Zentrale besonders in Mitleidenschaft gezogen worden sei, wie 'Tech Crunch' schreibt.
 
Die operativen Systeme inklusive SAP seien von dem Problem verschont geblieben, versichert das Unternehmen. "Beeinträchtigungen im Prozessablauf als indirekte Folge des Systemausfalls können wir nicht ganz ausschliessen", räumt man aber ein.
 
Aebi Schmidt ist spezialisiert auf die Herstellung von Systemen und Fahrzeugen zur Pflege, Räumung und Bewirtschaftung von Verkehrs- und Grünflächen. Die Firma hat Niederlassungen in verschiedenen europäischen Ländern sowie der USA und zählt rund 2000 Angestellte. Mehrheitsaktionär und VR-Präsident ist der Schweizer Unternehmer und SVP-Politiker Peter Spuhler. (ts)