Intel backt 2019 kleinere Brötchen

Beim Halbleiter-Riesen Intel ist das Geschäft mit Chips für Rechenzentren erstmals seit Jahren zurückgegangen. Zwar konnte Intel zuletzt den Umsatz mit PC-Chips trotz schrumpfendem Gesamtmarkt verbessern, doch insgesamt blieb der letzte Quartalsumsatz wie Ende 2018 im Jahresvergleich mit diesmal rund 16 Milliarden Dollar nahezu unverändert. Der Gewinn fiel um gut ein Zehntel auf knapp vier Milliarden Dollar, so Intel.
 
Im Geschäft mit RZ-Chips musste ein im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar gesunkener Umsatz ausgewiesen werden. Verantwortlich dafür ist laut dem Konzern unter anderem das schwächere Wirtschaftswachstum in China. Ein Umsatzplus bei den PC-Prozessoren von vier Prozent auf 8,6 Milliarden Dollar wird damit erklärt, dass bei sinkenden Stückzahlen teurere Chips verkaufen werden konnten.
 
Darüberhinaus steht der prognostizierte Umsatzrückgang auch mit dem nun angekündigten Rückzug von Intel aus dem Geschäft mit Smartphone-Modems im Zusammenhang. Da in diesem Bereich Apple als wichtiger Kunde seinen Patentstreit mit dem Intel-Konkurrenten Qualcomm beigelegt habe, sehe man in dem Markt keine Chance, profitabel zu agieren, liess Intel-Boss Bob Swan verlauten. Intel werde aber voraussichtlich noch die Modem-Chips für die nächste iPhone-Generation in diesem Jahr liefern, deutete Swan in einer Telefonkonferenz mit Analysten an.
 
Bekanntlich hatte sich Apple bei neueren iPhone-Modellen komplett auf Modem-Chips von Intel verlassen, seit vor zwei Jahren der Streit mit Qualcomm ausgebrochen war. Nach dessen Beilegung will Apple nun wieder bei den Chinesen einkaufen.
 
Zuletzt war auch spekuliert worden, ob Apple die Einigung mit Qualcomm gesucht habe, weil der iPhone-Konzern bereits wusste, dass Intel aus diesem Marktsegment aussteigt. Allerdings hat Qualcomm technisch die Nase vorn und liefert bereits Chips für den schnellen 5G-Datenfunk. Intel hingegen verspricht sie erst für das kommende Jahr. (vri)